Was mir mein Achtjähriges Ich heute raten würde (und Recht damit hätte)

Carolin mit acht Jahren: schlau und selbstbewusst

Letztens war ich auf einem Konzert. Konzerte sind für mich oft anstrengend. (Und das obwohl mein Partner Musiker ist.) Ich merke häufig, wie ich damit beschäftigt bin, zu scannen – mein Umfeld, meine Haltung, mein Tanzen (wenn ich überhaupt tanze).

 

Diesmal war das anders: Deutscher Künstler, einer für die ganze Familie. Demzufolge waren viele Kinder im Publikum. Ein kleines, vielleicht achtjähriges Mädchen, berührte mich so sehr. Sie liebte den Künstler, sang laut und leidenschaftlich mit und es war ihr egal ob es schief klang. Klatschte und es war ihr so egal, ob es im Takt war. Jauchzte und lachte und ich wette, es war ihr egal was morgen oder in einer Woche war. Diese Achtjährige war voll im Moment. Und das hat mich mitgerissen. Ich fing auch an mitzusingen, die Hände in die Luft zu werfen und falsch mitzuklatschen (Takt und ich bleiben vorerst nur entfernte Bekannte bleiben werden). Und ich genoss es.

 

Zuhause angekommen, holte ich meine Kinderfotos hervor. Und auf vielen blickte mir jetzt wieder eine freche, neugierige und aufgeweckte Achtjährige entgegen. Mal mit Gipsarm, mal mit Gipsbein – Zeugen ihrer Experimentierfreude. Und ich fragte mich: Wie viel von dieser Achtjährigen steckt heute in dir? Und was würde sie dir raten, solltest du von ihren achtjährigen Weisheiten ins Jetzt übernehmen? 

1. Cool, probier' mal aus!

Mein erstes gebrochenes Bein war das Ergebnis eines einbeinigen Rollschuhversuchs, der im Kellerabgang endetet. Ich wollte Rollschuhfahren, wollte wie eine Artistin sein und habe mich ausgetestet. Genauso habe ich versucht, Gitarre zu lernen, rhythmische Sportgymnastik zu machen, Keyboard zu lernen, Detektivin zu werden, Aquarelle zu malen, Volleyball zu spielen…Ich habe einfach probiert. Es war toll, wenn das Neue länger meine Aufmerksamkeit bekam und es war genauso okay, wenn ich nach ein paar Mal merkte, dass es da nicht weiterging für mich.

 

Doch wie oft drehst du heute deine Gedanken im Kopf hin und her und wünscht dir, dass es dich irgendwann packt und du für etwas, das dich reizt aktiv wirst? Der Moment, in dem du sagst: “Ah, ja so ergibt es jetzt endlich Sinn. Alles hat seinen Platz, ich kann loslegen.” – den gibt es so nicht. Stattdessen wirst Du viel Zeit darauf verwenden, im Kopf zu bleiben und dir Gründe zurechtzulegen, weshalb es jetzt eben doch nicht geht. (“Ich habe dafür eh’ keine Zeit.” “Ich sollte mich einfach mal mit dem zufrieden geben was ich habe.” “Kein Geld.”)

 

Die Achtjährige schlägt vor: Wenn du merkst, da ist etwas, das dich anzieht, dich interessiert, wovon du mehr willst oder worüber du mehr erfahren willst, dann probier’ es aus. Fang an zu testen. Nutze diesen ersten Impuls und mach’ was draus. Ruf jemanden an, der dir mehr dazu sagen kann oder dich unterstützt, schreib’ deine Idee auf, buche endlich diesen Kurs, mit dem du so lang liebäugelst. ….

Durch’s Testen, kannst du überhaupt erst erfahren, ob etwas Neues, wirklich deine Erwartungen trifft. Du schaffst dir so auch erst eine Grundlage, in etwas besser zu werden, Expertise aufzubauen oder alte Muster abzulegen.

2. Los, beweis' es dir!

Mein erster gebrochener Arm war die Trophäe, dafür dass ich gegen Maik, einem Jungen aus meiner damaligen Klasse, im Kampf auf einem Balken gewann. Aus Frust oder Wut oder weil er gern weiterkämpfen wollte (ich kann nur raten) zerrte er mich danach vom Balken.

 

Mutig und selbstsicher war ich als Kind immer in Wettkämpfe und unbekannte Situationen gegangen. Mein Bauch kribbelte wohlig und ich hatte eine tiefe Gewissheit, dass ich gewinnen kann, generell darüber was ich gut kann und dass ich es zumindest versuchen sollte. Ich vertraute in mich und meine Fähigkeiten. Ich hatte Selbstvertrauen und dachte von mir: “Ich bin ein starkes und cleveres Mädchen.” Das hatte ich mir ja auch vorher schon immer wieder bewiesen.

 

Im Lauf der Jahre ist mir Einiges von dieser tiefen Gewissheit abhanden gekommen. Enttäuschungen, Entscheidungen, die ich mit heutigem Wissen anders getroffen hätte, Rückschläge – mal große, mal kleine.

In mir bildete sich die Überzeugung: “Ich bin nicht gut genug.” Meine Wahrnehmung, war auf meine Fehler und auf das, was nicht gut lief, ausgerichtet. Mein Selbstvertrauen litt. Und schleichend war alles Beweis dafür geworden, was ich nicht gut genug konnte.

 

Nach und nach habe ich mir allerdings meine tiefe Gewissheit, das ich “es” kann (“es” ist hierbei ein Platzhalter, für alles mögliche, was du können kannst) wieder aufgebaut. Das war aufreibend, nicht leicht und gleichzeitig sooo lohnenswert. Jetzt habe ich die Überzeugung “Ich bin eine zuversichtliche und moderne Frau”. Und heute sammle ich dafür täglich die Beweise. Es ist eine tägliche Herausforderung, das Vertrauen in mich selbst zu üben. Und es ist ein Prozess, ich durchlaufe ihn weiterhin.

 

Wie ist es mit deiner tiefen Gewissheit, deinem Selbstvertrauen? Kennst du solch hinderlicher Überzeugungen und wünscht dir einen liebevolleren und selbst-bejahenden Blick auf dich selbst?

3. Go with the flow (not always with the plan)!

Okay, die Achtjährige konnte vielleicht noch nicht exakt diese englischen Wörter, doch das hätte sie gemeint.

Als Kind, hab ich mich treiben lassen. Die Lust an Neuem und mein Vertrauen waren dafür eine ideale Basis. Ich konnte ganz natürlich und flexibel auf Veränderungen reagieren und war ebenso in der Lage, mich komplett im Moment, in meiner Aufgabe zu verlieren. Immer da entlang, wo die Energie war. Ich folgte dem, was sich gut und leicht anfühlte und was mir Spaß machte.

 

Heute kostest es dich vielleicht auch oft Überwindung von deinem Plan oder deiner Routine abzuweichen. Das ist nachvollziehbar, denn einen Plan zu haben, ist sehr oft berechtigt, weil er Struktur und Fokus in dein Leben bringt. Und Routinen haben sich oft bewährt.

 

Tendierst du allerdings dazu, alles planen zu wollen oder bei Abweichungen von deiner Routine sehr nervös zu werden? Dann birgt das gleichzeitig die Gefahr, dass du dich versteifst. Und so nimmst du eventuell nicht mehr wahr, was sonst an Tollem, Unerwarteten und Chancenreichem in deinem Leben um die Ecke für dich kommt.

 

Das ist kein Abgesang auf Pläne oder Routinen, sondern vielmehr eine Einladung wieder mehr auf deinen Bauch zu hören. Das ist etwa an Punkten, wenn du dich eingeengt oder unzufrieden fühlst, besonders hilfreich. Frage dich dann bewusst einmal: Womit fühle ich mich jetzt am besten? Und ermögliche dir, Flow zu erzeugen und dem zu folgen, wo gerade deine Energie hin will.


Was würde dein Achtjähriges Ich dir heute sagen?

Worin hast Du dich wieder erkannt?

Alles Liebe, Carolin und Steffi



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