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Wer hat Angst vor den eigenen Gefühlen?

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Gesellschaftlich unterscheiden wir zwischen guten und schlechten Gefühlen. Dabei sind alle Gefühle wichtig und wollen gefühlt werden.

Die eigenen Gefühle zuzulassen, stellt für viele eine Herausforderung dar. Vor allem die vermeintlich negativen Gefühle wie Trauer, Wut oder Angst werden häufig verdrängt und unterdrückt – bloß schnell weg von diesem unangenehmen Gegrummel in der Magengegend oder die Enge in der Brust gar nicht erst groß beachten.

Das Problem ist, dass die Flucht vor Schmerz, Angst, Wut und Trauer diese oft noch schlimmer macht. Durch den Widerstand, den wir leisten, lassen wir sie wachsen.

Die Angst, man könne von der eigenen Angst übermannt werden, ist oft ein Grund, weshalb es für viele Menschen zu gefährlich erscheint, sie zu zulassen.

Ich (Steffi) liebe auch die vermeintlich schlechten Gefühle und habe ein gutes Verhältnis zu ihnen aufgebaut. Das erlaubt es mir, sie zu fühlen, ohne mich in ihnen zu verlieren oder Angst vor ihnen zu haben. Das macht mich zufriedener, selbstsicherer und gelassener.

Erfahre im Artikel, was ich über Gefühle denke und welche Erfahrung im Umgang mit "schlechten" Gefühlen mich stark geprägt hat.

Gute Gefühle, schlechte Gefühle

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Sich gut fühlen zu wollen, ist menschlich. Doch auch Wut, Trauer und Co. gehören zu uns

Gesellschaftlich teilen wir Gefühle gern in positive und negative ein: Freude, Dankbarkeit, Inspiration, Lust etc. werden als gut und erstrebenswert angesehen. Viel wird getan, um sie zu spüren: Meditation, Coaching, Drogenkonsum, Alkoholkonsum, Sport etc.

 

Wir wollen uns kollektiv gut fühlen. Egal, was wir tun, ob shoppen gehen, FreundInnen treffen, einen Partner suchen - immer tun wir es in der meist unbewussten Absicht, dass wir dadurch bestimmte positive Gefühle erfahren wollen.

 

Aber was ist mit Wut, Trauer, Schmerz, Angst und Co.? Hand aufs Herz und ganz unter uns: Willst Du diese Gefühle fühlen? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Du diese Frage mit Nein beantwortest, oder?

 

 

An sich ist das nicht schlecht oder schlimm, schließlich ist es nur menschlich, dass wir so ticken und das Leben darf und soll schließlich Freude bereiten.

 

Dennoch bin ich auch eine leidenschaftliche Verfechterin der vermeintlich negativen Gefühle. Ich liebe meine Angst, meine Wut und meine Trauer. Auch sie gehören zu mir.

 

Warum es sich lohnt auch die vermeintlich negativen Gefühle anzunehmen - meine persönliche Geschichte

Hast Du schon mal jemanden kennengelernt, der oder die noch nie "negative" Gefühle in seinem oder ihrem Leben hatte? Der oder die noch nie Angst hatte, sich verzweifelt gefühlt hat oder traurig war?

 

Auch die vermeintlich negativen Gefühle gehören zu unserem Leben dazu. Es ist nicht möglich, sie gänzlich auszulöschen und es ist meiner Meinung nach auch nicht erstrebenswert. Denn je mehr wir Angst, Trauer, Wut und Co. zu unterdrücken versuchen, desto mehr Kraft werden sie im Hintergrund auf uns ausüben. Das kann zu körperlichen Symptomen führen und uns krank machen.

 

Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Eine Erfahrung, die mir die Augen geöffnet hat

Vor vier Jahren hatte ich eine Email bekommen, die mich wütend gemacht hat. Der Ton der Mail kam mir respektlos vor, ich fühlte mich angegriffen und spürte, wie sich Wut in mir breit machte. Dann kam mir aber der Gedanke "Moment mal, ich will dem gar nicht so eine große Bedeutung beimessen. Ich will nicht wütend sein." Schnurstracks hab ich die Mail in einen extra Ordner verschoben, um sie nicht länger sehen zu müssen. Ich ging schlafen und dachte "alles ok".

 

Am nächsten Tag bekam ich Kopfschmerzen: sie zogen sich vom Nacken her über meinen gesamten Kopf. Und ich muss dazu sagen, dass ich - Gott sei dank - nie, nie Kopfschmerzen habe. Ich fuhr zur Arbeit und auf den 200 Metern, die ich nach der U-Bahnfahrt zu Fuß gehen musste, kam die Wut über die Mail vom Vorabend über mich.

 

Plötzlich war diese wütende Energie in mir und anders als am Vorabend hab ich sie diesmal zugelassen: Ich hab über den Verfasser der Mail geflucht, hab die Person mit Schimpfworten belegt (während mein Kopf dachte "Huch darf ich das? Ist das nicht gemein? - Ja, ich darf!! Schließlich war niemand anwesend, dem ich damit geschadet hab), hab meine Hände zu Fäusten geballt, hab mir all das erlaubt, was ich am Abend zuvor noch verdrängt hatte.

 

Und weißt Du, was passiert ist?

 

Mit einem Mal, innerhalb einer Sekunde waren die Kopfschmerzen weg. Komplett weg. Und sie kamen nicht mehr wieder.

 

Ich war erstaunt, verblüfft und erleichtert. Ich fühlte mich besser. Und ich habe erkannt...

Alle Gefühle wollen gefühlt werden, denn...

...ungeklärtes im Inneren führt zu Symptomen im Außen.

 

Meine Geschichte mit der Email und der Wut hat mich daran erinnert, was ich eigentlich schon wusste und was doch immer wieder hinten runter fällt: Wir kommen nicht drumrum, ALLE Gefühle zu fühlen, wenn wir langfristig gesund bleiben wollen und ich behaupte das trifft auf den Körper und die Seele gleichermaßen zu.

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Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen funktioniert bei Gefühlen nicht.

Es ist nicht möglich, nur die eine Farbpalette der Gefühlswelt zu fühlen und die andere auszugrenzen.

 

Erst, wenn wir lernen auch die Angst, Wut und Trauer zu verstehen und liebevoll anzunehmen, wird unser Leben wirklich reich an tiefen Erfahrungen, jenseits vom Run auf die guten Gefühle.

 

Dann sind wir nicht länger auf der Flucht, dann haben wir die echte Chance innerlich anzukommen (meiner Meinung nach auch der einzige Ort, an dem man ankommen kann ;) ).

Wie also mit vermeintlich “negativen” Gefühlen umgehen?

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Die eigenen Gefühle zu fühlen, bringt dich dir selbst näher. Indem Du all deine Gefühle annimmst, nimmst Du dich selbst an.

Indem Du deinen Körper wahrnimmst und fühlst, was die Angst, die Trauer oder die Wut mit ihm machen, kommst Du dem liebenvollen Annehmen schon ein gutes Stück näher.

Du kannst dich fragen...

Ist da ein Gefühl von Enge oder Schwere auf meiner Brust? Zieht sich mein Magen zusammen oder spannt sich mein Nacken an? Versuch das Gefühl so gut es geht in deinem Körper wahrzunehmen.

Du kannst dich fragen, welche Konsistenz es hat oder ihm eine Farbe geben. Was auch immer sich für dich stimmig anfühlt und funktioniert, ist gut.

Durch das bewusste hinspüren, stellst Du dich dem Gefühl und gibst ihm Raum. Anstatt es wegzudrücken, nimmst Du es bewusst wahr. Das entspannt und kann tief bewegen. Lass Tränen zu, falls sie hoch kommen.

Meist führt bereits das Wahrnehmen und Benennen des Gefühls - "Ah, ich bin wütend", "Da ist Wut in meinem Körper" - dazu, dass das Gefühl abflacht. Sich in die Beobachterinnenrolle des Gefühls zu begeben, ohne Drama um die emotionalen Regungen zu machen, ist ein großer Schritt, um konstruktiv mit Trauer, Wut und Angst umzugehen. Es geht also nicht darum, in der Trauer oder Wut zu baden, sondern ihr aufmerksam und wertfrei zu begegnen und sie wahrzunehmen.

Deine Einstellung zu deinen Gefühlen macht den Unterschied

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Je positiver deine Einstellung zu Gefühlen wie Wut, Angst und Trauer ist, desto leichter wird es dir fallen, diese Gefühle zu fühlen.

An sich ist weder die Angst, noch die Trauer oder die Wut das Problem, sondern die Meinung, die Du diesen Gefühlen gegenüber hast. Wenn Du denkst, dass Angst etwas Schlechtes ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass Du versuchst vor ihr davon zu laufen, als wenn Du die Meinung hast  “meine Angst gehört zu mir und will mir etwas Wichtiges mitteilen”.

Das Fühlen und deine Einstellung machen also den Unterschied.

Welche Meinung hast Du über Angst, Trauer und Wut? Ist sie positiv und unterstützt sie dich dabei, diese Gefühle zu fühlen? Oder ist sie aktuell noch sehr negativ? Du kannst deine Einstellung bewusst verändern, Du bist ihr nicht ausgeliefert.

Deine Gefühle haben Botschaften für dich

Jedes Gefühl hat eine Botschaft für dich. Es mag simpel klingen, aber wenn Du zum Beispiel traurig bist, dann kann das bedeuten, dass Du etwas verloren hast, was dir wichtig war. Die Botschaft lautet dann "Person XY war mir wichtig" und Du kannst von diesem Punkt aus überlegen, ob Du handeln willst und es der Person sagen möchtest.

 

Wut kann dir anzeigen, dass jemand deine Grenzen überschritten hat und einen Wert - wie beispielsweise Respekt - missachtet hat.

 

Angst kann dir zeigen, dass Du dabei bist, deine bekannte Komfortzone zu verlassen und dass dir das, was Du tust, wirklich wichtig ist. Angst kann dich aber auch wach machen für tatsächliche Gefahren und Risiken.

 

Welches Gefühl ist bei dir gerade vorherrschend und welche Botschaft hat es für dich?

Was passiert, wenn Du auch die "negativen" Gefühle annimmst

Innere Ruhe, Gelassenheit, Zuversicht und ein gesunder Selbstwert entstehen nicht, wenn wir versuchen, bestimmte Gefühle zu verdrängen oder zu verleugnen, indem wir immer nach Freude und Glück streben. Das laugt aus und macht Druck.

 

Indem Du deine komplette Gefühlspalette annimmst, nimmst Du dich selbst an. Du wirst selbstbewusster werden, dich gelassener und stärker fühlen. Weil Du aufhörst, etwas zu vermeiden, was doch eigentlich zu dir gehört.

Hast Du Lust auf ein Experiment?

 

Dann erlaube dir noch diese Woche deine eigene Fühl-Zeit: Setze dich 10 Minuten mit dir allein in Ruhe hin und spüre in dich hinein: Welche Gefühle zeigen sich?

 

Teile deine Erfahrung mit mir und schreib sie unten in die Kommentare.

Dein nächster Schritt...

Ich bin der Überzeugung, dass es weder gute noch schlechte Gefühle gibt, sondern schlicht Gefühle. In meinen Coachings haben all deine Gefühle Raum, um sich zu zeigen. Egal, welches berufliche oder private Thema dich gerade umtreibt, es gibt eine Lösung. Melde dich jetzt und vereinbare dein kostenfreies Coaching-Infogespräch (online, via Zoom) unter hello@soulrebelcoaching.de oder kontaktiere uns über unser Kontaktformular.

 

Hat dir der Artikel weitergeholfen? Was nimmst Du für dich mit? Schreib es uns in die Kommentare! Wir freuen uns drauf, von dir zu lesen.

 

Steffi & Carolin




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