Erkenntnisse auf meinem Weg zum Coach und in die Selbstständigkeit (Teil 1)

Steffis Erkenntnisse auf dem Weg in die Selbständigkeit mit Soul Rebel Coaching in Berlin

14 Monate, 36 Bewerbungen, 2 Bewerbungsgespräche und 6 wichtige Erkenntnisse. Als Kultur- und Sozialanthropologin wusste ich, dass es mit dem Berufseinstieg etwas länger dauern kann. Dass es allerdings 14 Monate werden, hatte ich nicht erwartet.

Wie geht’s weiter?

 

Die Masterarbeit war abgegeben und ich stand vor der Frage, was ich mit meinem Studium anfangen will. Weil ich gern schreibe, dachte ich an Journalismus und probierte mich ein Jahr lang in diesem Bereich aus, mit Praktika und einem Journalismus-Fernstudium, das ich nie abschließen sollte. Nachdem ich einen Platz an der Zeitenspiegel Reportageschule in Reutlingen angeboten bekam, kehrte ich dem Journalismus den Rücken. Obwohl ich dachte, Journalismus sei es für mich, stellte ich im Verlauf des Jahres fest, dass ich damit nicht mein Geld verdienen will.

 

Ich entschied mich, meinen Masterabschluss zu nutzen und mir einen richtigen Job zu suchen. Unter richtig verstand ich damals ein sozialversicherungpflichtiges Anstellungsverhältnis mit 40 Arbeitsstunden pro Woche.

Etwas Soziales, Sinnvolles, mit Menschen wollte ich machen, nicht nur vor dem PC sitzen und recherchieren, wie ich das von Praktika im Journalismus kannte. Ich schrieb Bewerbungen auf Stellen, von denen ich heute denke “Gott sei Dank habe ich sie nicht bekommen”. Denn was ich damals nur vage ahnte, aber nicht zuließ, war der Gedanke, dass ich eigentlich selbstständig arbeiten möchte.

 

Und am Ende der 14 Monate hatte ich genau in diese Richtung einen wichtigen Schritt getan, indem ich mich entschied, eine Coachingausbildung zu machen. Das Coaching kam während meiner Jobsuche zu mir, ohne, dass ich damals wusste, was Coaching genau bedeutet. Verliebt habe ich mich dann während der Ausbildung in die Arbeit des Coaches.

 

Der 14 monatige Bewerbungs- und Orientierungsprozess war nötig, um an diesen Punkt zu kommen. Auch wenn es phasenweise eine sehr herausfordernde Zeit war.

 

Allen Geisteswissenschafltern und Orientierunglosen unter euch möchte ich sagen: Nicht aufgeben, weiter gehen, alle Register ziehen, sich selbst auf die Spur kommen und für Klarheit im Innen sorgen – und dann loslassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor allem meine innere Klarheit der ausschlaggebende Punkt ist, damit ich im Außen das anziehen kann, was mir entspricht. Am Anfang der 14 Monate war ich sehr unklar und zog entsprechend nichts an bzw. wollte die Jobs, auf die ich mich beworben hatte, eigentlich gar nicht.

Am Ende kommt ihr an, vielleicht nicht in einem sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis mit 40 Arbeitsstunden pro Woche, aber möglicherweise in etwas, das euch sehr viel mehr entspricht und das das Potenzial birgt, euch wirklich zu erfüllen.

 

6 Erkenntnisse nehme ich aus dieser Zeit mit. Heute kommen hier die ersten 3:

 

1. Vertrau deiner Intuition

Freunde und Familie haben mich manchmal mitleidig angesehen, wenn ich ihnen erzählt habe, dass ich immer noch keinen Job gefunden hatte. Von Außen sah es nach einer endlosen Suche aus, innerlich spürte ich aber, dass meine Vorstellung von dem, was ich brauche und will immer klarer wurde. Intuitiv wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Trotz dem ausbleibenden Erfolg im Außen, war da ein tiefes Wissen, dass die Suche nach einem Job gut ausgehen wird.

Klar, es gab Tage, da war ich verzweifelt und die 14 Monate waren im Allgemeinen kein Zuckerschlecken, vor allem, nachdem die ersten 6 Monate ohne Ergebnis vergangen waren. Ich hatte abgenommen, weil ich wenig Appetit hatte und nachts lag ich manchmal mit der Frage im Kopf wach: Was wenn ich nie ankomme, wenn das mit dem Job nie klappt? Ich wurde angespannter und gestresster, weil ich ja nicht wusste, wie lang das noch so gehen würde. Diese Ungewissheit war phasenweise nur schwer auszuhalten.

Kraft und Selbstbewusstsein hat mir die Tatsache gegeben, dass ich mir in dieser Zeit meinen Lebensunterhalt durch einen Job im Einzelhandel selbst erarbeitet hatte. Darauf war und bin ich auch heute noch stolz.

Rückblickend würde ich meinem intuitiven Wissen noch mehr vertrauen, wissend, dass Prozesse ihre Zeit brauchen und die Lösung kommt, wenn es sein soll. Egal, was die Menschen in deiner Umgebung sagen und denken, was zählt, ist, was Du fühlst und deine Intuition dir sagt.

2. Probier dich aus und entscheide dich, zu lernen

Mein Lebenslauf zeugt von vielseitigen Interessen, bunten Stationen, die alle ihren Sinn erfüllt haben. Bei jeder Station und Orientierungsschleife habe ich mehr über mich selbst gelernt. Ich habe jede Station für mich genutzt und mich auch in Nebenjobs immer wieder neuen Herausforderungen und Aufgaben gestellt, habe sie bewusst genutzt, um Dinge zu lernen und mich auszuprobieren. Wie gehe ich am besten mit Vorgesetzten um? Was macht es mit mir, wenn ich mehr Verantwortung übernehme? Was gefällt mir an den einzelnen Stationen besonders? Was brauche ich, wenn es um Arbeit geht?

Das Reflektieren hat dazu geführt, dass meine Antworten immer klarer ausfielen und ich ein besseres Gespür für meine Bedürfnisse bekam. So kam ich auch der Erkenntnis näher, dass die typische 40-Stunden-Woche für mich nichts ist, dass ich mehr Freiraum und Ausdrucksmöglichkeit brauche, dass ich mich vielseitig einbringen will und vor allem das Gefühl liebe, für mich selbst zu arbeiten, dass ich niemanden brauche, der mir sagt, “geh an die Arbeit”, weil ich das von mir aus tue.

Egal, was Du beruflich im Moment machst, Du kannst es für dich nutzen, indem Du es bewusst tust. Auch wenn es “nur” ein Nebenjob im Einzelhandel war, genau dort habe ich gelernt, ruhig zu bleiben, wenn schwierige Kunden mich herausfordern, habe zwei Monate lang den Wareneingang übernommen (4 Mal pro Woche um 6 Uhr anfangen zu arbeiten – nicht meine Zeit) und ich habe hinter die Kulissen eines der größten Modeunternehmen der Welt geblickt. Jede berufliche Station ist wertvoll und bietet dir die Möglichkeit, zu lernen und dich weiter zu entwickeln.

3. Öffne dich

Ich habe am Anfang der 14 Monate vor allem im Internet nach Stellen recherchiert. Je mehr Zeit verging, desto mehr habe ich gespürt, dass ich meine Strategien erweitern muss. Also habe ich angefangen, mich mehr und mehr zu öffnen, habe Kollegen und auch entfernteren Freunden erzählt, dass ich auf Jobsuche bin und sie mir bitte Bescheid geben sollen, falls sie was hören. Das hat mich Überwindung gekostet, denn ich war ja bereits einige Zeit “erfolglos” auf der Suche.

Heute weiß ich, dass es nötig, war, dass ich mich verletzlich gemacht und mich geöffnet habe, weil ich davon überzeugt bin, dass uns Gutes nur erreichen kann, wenn wir uns öffnen und beherzt für uns los gehen, auch wenn das bedeutet, dass jemand komisch schaut, wenn wir immer noch keine Jobzusage haben.

Zwar kam auf diesem Weg keine Stelle zu mir, doch die Verletzlichkeit hat mich empfangsbereit gemacht und so konnte auch das ominöse Coaching zu mir kommen 😉

So, bis hierher, Teil 1 meiner Erkenntnisse auf dem Weg zum Dasein als Coach. Die 3 weiteren Erkenntnisse folgen. Bis dahin, eine gute Zeit!


Und wir würden gern von dir wissen:

Worin hast Du dich wieder erkannt?

Hast Du auch eine herausfordernde berufliche Orientierungsphase hinter dir oder steckst vielleicht gerade mittendrin?

Alles Liebe, Carolin und Steffi



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