Ist Anerkennung die neue Dankbarkeit? – Was dir ein Anerkennungstagebuch bringt

Anerkennung und Wertschätzung stärken das Selbstbewusstein

Anerkennung- Wozu? Es gibt doch Dankbarkeit.
Okay, wenn Du dich schon ein wenig mehr mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt hast, auch andere Blogs liest oder Podcasts hörst, dann ist das Thema Dankbarkeit nicht neu. Wenn nicht, dann ist es eben doch noch neu:) Kurz und knapp: Dankbarkeit zu empfinden und bewusst für Dinge, die dir im Leben widerfahren, dankbar zu sein, macht glücklich, zufrieden und stärkt. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Deshalb sagen das auch viele Coaches Anerkennung und Wertschätzung stärken das Selbstbewusstein

Was machst Du, wenn Dankbarkeit für dich "nicht richtig" funktioniert?

Ich, Carolin, habe gemerkt, dass Dankbarkeit irgendwie sehr schwer für mich zu greifen und auch zu fühlen ist. Und ich habe mich gefragt, ob es noch mehr Menschen gibt, die vielleicht genauso wie ich, sich irgendwie auf dem Weg zu mehr Spiritualität befinden und die (noch) nicht so ein ausgeprägtes Dankbarkeitsgefühl spüren.

Dazu habe ich eine nicht repräsentative Umfrage in meinem Bekanntenkreis durchgeführt (Die Meisten hatten bisher wenige Berührungspunkte mit Coaching). Das Ergebnis fasse ich so zusammen: Dankbar sein, das knüpfen viele daran, dass sie jemanden für etwas danken können. Manche drückten es auch etwas abstrakter aus, dass sie “für die Gesamtsituation” dankbar sind. Wenige konnte sehr gut, das Gefühl von Dankbarkeit beschreiben, und wenn dann hatte es viel damit zu tun, sich in etwas Größeres eingebunden zu fühlen.

Eine Schlussfolgerung könnte sein: Menschen, die sich als spirituelle Wesen in etwas Größeres eingebunden und mit Gott/Universum/oder… verbunden sehen,  fällt es leichter, dankbar zu sein oder bewusst eine Dankbarkeitspraxis zu kultivieren.

Was machen aber die anderen, wenn jeder Coach rät, eine Dankbarkeitsroutine zu entwickeln, sie das vielleicht tun, aber sich die Zufriedenheit trotzdem irgendwie nicht einstellen mag. Gibts da nicht eine Alternative, die auch glücklicher, zufrieden und innerlich stärker macht?

Anerkennung als Alternative zu Dankbarkeit?

In unseren Coachings und Workshops schwingt der Aspekt der Dankbarkeit immer mit doch ein anderes Thema stellen wir deutlicher in den Vordergrund, dass dich ebenfalls stärkt und dir innere Kraft schenkt. Und zwar: Anerkennung.

Anerkennung. Das beinhaltet für uns die Antwort auf Fragen, wie: Wofür kannst Du dich selbst annehmen oder wertschätzen? Worauf kannst Du sogar stolz sein? Was läuft gut in deinem Leben und wofür kannst Du anerkennen, dass du daran einen wichtigen Anteil gehabt hast.
Anerkennung legt den Fokus darauf, was Du bewirken kannst, wo Du mit gestalten kannst und was Du in er Lage bist, zu erschaffen. Lob, Respekt und Akzeptanz sind eng damit verknüpft.

Wenn Du oft dazu neigst, in deiner Außenwelt nach Bestätigung oder Wertschätzung zu suchen, dann unterstützt dich deine eigene Anerkennung, dir das selbst zu geben.

Okay, Anerkennung ist irgendwie schwer greifbar? Und auch so ungewohnt- den Blick auf diese Art und Weise auf dich zu richten, oder? Und was bringt es überhaupt, ein besseres Gefühl für Anerkennung zu bekommen?

Nun, wenn Du für dich ein Bewusstsein entwickelst, wofür Du dich selbst akzeptieren, annehmen, respektieren oder loben kannst, ist das eine ideale Basis dies auch anderen zuzugestehen. Gleichzeitig wirst, Du auch einen besseren Blick dafür gewinnen, wofür Du deine Mitmenschen anerkennst. Gegenseitige Anerkennung ist eine echte Grundlage für mehr Gemeinschaft auf Augenhöhe.

"Ich erkenne mich dafür an" - Meine eigene Erfahrung aus 4 Monaten Anerkennungsroutine

Anerkennung kannst Du üben. Wie Vieles machst Du dir auch deine Anerkennung am besten bewusst, wenn Du sie schriftlich festhältst, z.B. in einem Anerkennungstagbebuch.

Und weil Steffi und ich Fans davon sind, die Dinge, die wir weitergeben, zu testen, habe ich am 11. April 2017 mein Anerkennungstagebuch. Jeden Tag habe ich die Überschrift “Ich erkenne mich dafür an, dass ich…” aufgeschrieben, und dann drei Dinge aufgelistet, für die ich mich anerkennen konnte. Generell oder ganz speziell an diesem Tag.

Das waren zum Beispiel zunächst Sätze, wie “Ich erkenne mich dafür an, dass ich..”:

  • viel Energie und Power habe
  • gut Beziehungen gestalten und halten kann
  • mich traue, in Berlin Auto zu fahren
  • kritische Situationen besser meister’ als vor einem Jahr

Zugegeben, ich fand es die ersten Tage auch gewöhnungsbedürftig, mich selbst zu wertschätzen für so scheinbar alltägliche Dinge. Uns wird so früh eingeflößt, dass “Eigenlob stinkt”. Da war es tatsächlich herausfordernd, mich davon zu lösen und schwarz auf weiß festzuhalten, wofür ich mich anerkenne.

Je mehr ich in die Routine reinkam, meine drei Anerkennungs-Punkte des Tages zu notieren, desto vielschichtiger wurden die Dinge. Kleinteiliger und weitreichender zugleich. Noch einmal bewusst den Tag Revue passieren zu lassen (oder die Tage, weil ich nicht die disziplinierteste in solchen Dingen bin ;)), tat mir gut. Es hat mich ruhiger und ausgeglichener gemacht, mich mit mir selbst connected. Heute kann ich viel selbstverständlicher von mir sagen, dass ich ziemlich viel kann, ziemlich viel auf die Reihe bekomme und vor Herausforderungen nicht zurück weiche, sondern sie sogar immer mehr suche, weil ich weiß, wozu ich alles in der Lage bin und was ich bereits geschaffen habe.

Die Überraschung während meiner Anerkennungstagebuchzeit - Anerkennung heißt viel mehr

Das Überraschendste aber war für mich während meiner Tagebuch-Routine war, dass ich meinen Einleitungssatz änderte, erst vereinzelt und unbewusst und dann komplett und ganz bewusst .

Aus “Ich erkenne mich dafür an, dass ich..:” wurde “Ich erkenne an, dass…”
Durch diesen Shift blickte ich auf einmal umfasender auf mich und meine Umwelt und neben Punkten, für die ich mich selbst anerkannte, schrieb ich nun auch Dinge auf, die ich akzeptierte. Anerkennung bekam nun also auch die Färbung der Akzeptanz und dies ging oft einher mit Loslassen.

Das war für viele Dinge sehr erleichternd, weil es mir selbst Druck nahm, für alles oder sofort auf Fragen und eine Antwort zu finden. Am Ende standen dann solche Sätze:

Ich erkenne an, dass

  • ich Dinge probieren darf
  • ich gern Kaffee trinke und diese Gewohnheit nicht ändern muss
  • Projekte warten können und dürfen
  • jede(r) mit positiver Absicht handelt

Anerkennung wurde für mich also zu mehr als nur die eigene Anerkennung. Sie wurde auch zur Akzeptanz von Situationen und von Menschen. Und dadurch habe ich mir eine Möglichkeit erschaffen, mir und anderen immer wieder bewusst die Erlaubnis zu geben, so sein zu dürfen, wie sie sind und wie ich bin. Ich habe mich auf mich zurück besonnen, mich mit meinen Stärken bzw. meinem Wesentlichen verbunden. Und gleichzeitig habe ich mich auch durch die Anerkennung gegenüber anderen mit diesen verbunden.

Das Tagebuch führe ich mittlerweile nicht mehr, denn die Anerkennung ist tatsächlich in meine alltägliche Lebensweise und meine Haltung gegenüber mir und anderen übergegangen.


Anerkennung und Dankbarkeit zusammen. Das könnte das neue große Ding werden, oder?

  • Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie sehr bist Du dir bewusst darüber, die guten Dinge in deinem Leben, auch selbst herbeigeführt zu haben?
    (1- Überhaupt nicht// 10- Komplett bewusst)
  • Wofür erhältst Du oft Anerkennung von anderen?
  • Wenn Du auf dich und dein derzeitiges Leben blickst, auf welche 3 Dinge, Fakten bist Du stolz? (es kann noch so klein sein)
  • Wenn es dir eben schwer fiel, “stolz” zu sein, überlege: Woran könnte es liegen, dass ich mir nicht erlaube, stolz auf mich zu sein?

Alles Liebe, Carolin und Steffi



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