Wie Du mit der Kraft Deiner Sprache Menschen wirklich berührst- Gastbeitrag von Ann-Christin Schmitt

Wie Du mit der Kraft Deiner Sprache Menschen wirklich berührst- Gastbeitrag von Ann-Christin Schmitt

Sprache ist ein machtvolles Instrument: Worte können uns zum Lachen oder zum Weinen bringen. Sie lassen uns nachdenklich werden, wühlen uns auf oder verändern unsere Sicht auf die Dinge. Hier liest Du, wie die Macht der Sprache wirkt und wie Du es schaffst, dass Deine Texte Menschen berühren.

Die Macht der Sprache

Kaum ein Tag vergeht, an dem wir keine Worte benutzen. Wir sprechen mit unserer Familie, mit Freunden, unseren Arbeitskollegen. Wir lesen Zeitungen, Bücher oder Blogs. Wir schreiben Notizen, SMS und E-Mails. Worte und Sprache umgeben uns immerzu – auch, wenn wir sie häufig nur ganz unterbewusst wahrnehmen und sie für selbstverständlich erachten.

Dabei ist Sprache so mächtig. Bücher und Gedichte können uns in andere Welten und längst vergangene Zeiten befördern. Ein Liebesbrief rührt uns zu Tränen und lässt das Herz hüpfen. Ein gut gewählter Werbeslogan kann uns sogar dazu bringen etwas zu kaufen, das wir bislang nicht einmal in unserem Leben vermisst haben. Ich finde Joseph Rudyard Kipling hat es besonders gut auf den Punkt gebracht: „Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt“.

Worte können die Welt bewegen – und Dein Handeln

Sprache ist sogar so machtvoll, dass sie zu Manipulationszwecken eingesetzt wurde; und immer noch wird. Werbung beispielsweise schafft mit Worten Bedürfnisse und Begehrlichkeiten, die zuvor nicht da waren. Auch die Politik machte sich diese Wirkungsweise immer wieder zu Nutzen – schauen wir uns nur die Propagandarhetorik während des zweiten Weltkriegs an.

Besonders interessant: Mit Sprache beeinflussen wir nicht nur das Handeln anderer, sondern auch unser eigenes. Psychologen und Hirnforscher haben immer mehr Hinweise gefunden, die belegen, dass unsere Worte unser Denken und Handeln viel stärker prägen, als bisher angenommen. Ein Artikel aus der Zeit beschreibt, dass die Aussprache von Tabuworten im Körper eines Menschen sogar messbare Stressreaktionen hervorrufen kann. (http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/06/Sprache-Worte-Wahrnehmung) So eignen wir uns bereits mit unserer Muttersprache bestimmte Denkmuster an. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass unsere Sprache – selbst, wenn sie nur in unserem Kopf stattfindet – unsere Lebensweise beeinflusst.

Wann berührt uns ein Text?

Aber wann genau berührt uns eigentlich ein Wort, ein Satz oder ein Buch? Was ist es, dass uns die Macht der Sprache spüren lässt? Wie in so vielen Fällen gibt es nicht nur die eine, die richtige Antwort. Ob und wie uns ein Text berührt hängt sowohl von unseren persönlichen Umständen, als auch von der Qualität des Textes ab:

Unsere persönlichen Umstände

Die persönlichen Umstände der jeweiligen Person sind entscheidend dafür, ob wir uns von einem Text angesprochen fühlen. In welcher emotionalen Verfassung befindet der Leser sich gerade: Ist er aufgewühlt und unruhig? Oder eher sensibel gestimmt und ruhiger? Je nachdem wird er ein und denselben Text möglicherweise unterschiedlich bewerten.

Gleichzeitig spielt auch die Erfahrung eine Rolle. Wird in einem Buch zum Beispiel eine Situation beschrieben, die der Leser aus der eigenen Vergangenheit kennt, so kann er sich leichter hineinversetzen; der Text wird ihn stärker ansprechen.

Vorsicht Stereotype: Häufig fühlen sich Männer und Frauen von unterschiedlicher Sprache angesprochen. Männer wünschen sich oft eine klare, starke Sprache, während Frauen weichere Formulierungen vorziehen. Muss nicht, kann aber.

Die Qualität des Textes

Natürlich sind für uns nicht nur die persönlichen Umstände entscheidend. Je nachdem wie der Text geschrieben ist, wird er uns mehr oder weniger berühren. Oft empfinden wir Bücher als sehr ansprechend, wenn die Worte ein Bild vor dem inneren Auge aufmachen. Wenn wir die Geschmäcker und Gerüche förmlich auf der Zunge schmecken und in der Nase fühlen. Daneben ist auch die Verständlichkeit der Worte entscheidend. Verstehen wir als Leser, was der Schreiber uns mitteilen will? Hat der Text einen roten Faden?

Auch die Protagonisten in Geschichten (selbst in der Werbung) sind ein entscheidendes Merkmal. Ist uns die Hauptfigur sympathisch? Fiebern wir mit und wollen wir unbedingt wissen, wie es mit ihr ausgeht? Das wiederum hängt allerdings stark mit unseren persönlichen Umständen zusammen.

So berührst Du mit Deinen Worten in 3 Schritten

Jetzt fragst Du Dich wahrscheinlich: Und was muss ich nun tun, um mit meinen Texten Menschen zu berühren? Hier möchte ich mit Dir drei Fragen teilen, die Dir dabei helfen können:

Frage 1: Was willst Du sagen und warum willst Du es sagen?

Schon der gute Goethe wusste: „Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll“. Überlege Dir also gut was Du sagen willst und vor allem warum. Schreibe Dir zunächst ein oder zwei Kernaussagen Deines Textes auf, bevor Du beginnst. Danach machst Du Dir klar, warum Du diesen Text schreiben willst. Hast Du Deinen Antrieb gefunden, so schreibt es sich gleich viel besser!

Frage 2: Mit wem „sprichst“ Du und wie soll sich der- oder diejenige fühlen?

Und schon wieder ein Goethe-Zitat: „Es hört doch jeder nur, was er versteht“. Darum versetzt Du Dich im zweiten Schritt in Deinen Leser hinein. Überlege Dir, wer Deine Zielgruppe ist: Welchen Wissensstand hat sie? In welcher Lebenssituation befindet sie sich? Wenn Du das weißt, dann weißt Du, an welchem Punkt und mit welcher Sprache Du die Menschen abholen kannst. Jugendliche sprechen anders als Erwachsene, und diese wiederum anders als Senioren. Frage Dich außerdem, wie Dein Text auf Deinen Leser wirken soll, wie er sich während des Lesens fühlen soll. Wütend? Fröhlich? Glücklich? Dementsprechend kannst Du die Adjektive und Verben wählen.

Frage 3: Wie viel Emotionen kannst Du in Deinen Text legen?

Man wird Deinen Texten anmerken, in welcher Verfassung Du den Text geschrieben hast –  lustlos oder voller Liebe und Begeisterung. Sei Dir dessen bewusst, wenn Du Dich an Deine Texte setzt. Mir hilft es immer dabei, mich in die Emotion zu versetzen, die meine Leser später fühlen sollen. Aus diesem Gefühl heraus fällt es mir leichter die richtigen Worte zu finden.

Wir freuen uns, wenn Dir die Worte mit diesen Tipps etwas leichter aus der Feder fallen. Du brauchst noch etwas mehr Inspiration zum Thema Schreiben? Dann schau gerne auf Ann-Christins Blog vorbei – hier findest Du viele Tipps rund ums Texten. Wenn Du den vollen Motivations- und Inspirationsschub suchst, dann komm gerne in Ann-Christins Workshop „Die Macht der Sprache – So überzeugst und inspirierst Du mit Deinen Texten“ am 25. November 2017 in Berlin (https://goo.gl/kL8wzC) .

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