Was wirklich passiert, wenn Du dich in Beziehungen öffnest

Sich in Beziehungen zu öffnen, macht verletzlich, weiß Steffi von Soul Rebel Coaching aus Berlin

Dieser Artikel ist für dich, wenn:

  • Du dich fragst, was passiert, wenn Du den Mut aufbringst, dich in Beziehungen zu öffnen
  • Du Lust hast, deine Beziehungen zu stärken
  • Du bereit bist, die Verantwortung für die Qualität deiner Beziehungen zu übernehmen
  • Du bislang eher unerfüllte Beziehungen hast

Unter Beziehung verstehe ich – Steffi – eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die miteinander in Kontakt sind. Das kann eine Freundschaft, eine Partnerschaft, die Beziehung zu deinen Nachbarn oder deiner Familie sein. Und natürlich auch die Beziehung, die Du zu dir selbst hast.

Mit Öffnen meine ich, sich zu trauen, sich dem Gegenüber zu zeigen, und zwar nicht nur mit Oberflächlichkeiten, sondern mit den Dingen, die einen wirklich beschäftigen: Unseren Gefühlen, Gedanken – sowohl positiv als auch negativ – Bedürfnissen und Wünschen. Caro und ich sprechen in diesem Zusammenhang auch von Sichtbarkeit: den Mut aufzubringen, sich dem/der anderen zu zeigen, anstatt sich metaphorisch gesprochen zu verstecken und zurückzuziehen.

Es ist nicht lange her, dass ich im Radio gehört habe, dass die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner keinen einzigen ihrer NachbarInnen kennen. Niemanden. Da wird kein Kontakt aufgenommen, nicht gegrüßt, wenn man sich im Treppenhaus über den Weg läuft. Und gleichzeitig zeigt eine Marktforschungsstudie aus dem Jahr 2017, dass sich vier von fünf Deutschen zumindest manchmal einsam fühlen. Schon komisch, oder?

Einsamkeit entsteht, wenn wir abgeschnitten sind von Beziehungen. Wenn wir isoliert sind bzw. uns so fühlen und mit unseren Gefühlen überfordert sind. Einsamkeit als Schrei nach Verbindung, nach Beziehung, und das in erster Instanz mit uns selbst. Die Beziehungen zu anderen zu vertiefen, kann eine Brücke dazu sein, mit sich selbst besser in Kontakt zu kommen. Weil Du nicht alles alleine wuppen musst und dich auch in dieser Hinsicht anderen Menschen gegenüber öffnen darfst.

Jetzt läuft dieser Artikel nicht darauf hinaus, dass Du deiner Nachbarin von deinen Ängsten und Träumen erzählen sollst, aber vielleicht darf sich im Laufe der Zeit eine Freundschaft entwickeln, sodass diese aktuell vielleicht noch absurde Vorstellung sich mal ganz natürlich anfühlt. Das bestimmst ganz allein Du 😉 Oft beginnt es mit einem harmlosen “Hallo” im Treppenhaus und der bewussten Intention, die Beziehung aufzubauen. Weil Du ahnst, dass gesunde Beziehungen stark machen. Wir dürfen also reichlich davon kreieren.

Was die Folgen sind, wenn Du dich auf Beziehungen einlässt und dich öffnest, verrate ich dir hier:

1. Du machst dich verletzlich und kommst mit deinen tiefsten Ängsten in Kontakt

Sch…, ich hab Angst. Es fordert mich heraus, mich einzulassen, aufzumachen und mich verletzlich zu zeigen. Ja, ehrlich, das “musste” bzw. wollte ich lernen, doch der Prozess ist nicht ohne. Mit der eigenen Verletzlichkeit in Kontakt zu kommen, macht Angst und kratzt an Wunden, die lange zurück liegen (Stichwort Kindheit) aber nur halbscharig verheilt sind. Und plopp, da kommen sie um die Ecke, die tiefen Ängste vom verlassen werden und nicht genug sein. Damit zu sein, sie zu fühlen, also wirklich zu fühlen, ist der Schlüssel, um immer wieder und weiter in Kontakt mit anderen Menschen zu gehen. Die Ängste also nicht zu verdrängen, sie weg haben zu wollen, sich selbst für sie zu hassen. Die Ängste sind wichtig und zeigen dir den Weg zu alten Wunden, die liebevoll von dir angenommen und geheilt werden wollen. Und die vermeintliche Verletzlichkeit ist eine Tür zu echtem Verständnis und Intimität. Mehr zum Thema Verletzlichkeit in Brene Browns Buch “Verletzlichkeit macht stark”.

2. Du kreierst Nähe und Intimität

Miteinander intim sein bedeutet (…) nicht, dass man immer genau das bekommt, was man sich wünscht. Es bedeutet, dass man sich traut, Dinge anzusprechen, die einem wichtig sind. Auch dann, wenn man glaubt, dass sie der andere gerade nicht hören will.” – so gelesen in einem Drogeriemagazin, zitiert wurde eine Paarberaterin, deren Namen ich leider vergessen habe. Trotzdem bringt es das Zitat auf den Punkt. Dinge offen anzusprechen, zu teilen, wie es dir gerade geht, welche Gefühle in dir sind, schafft Nähe und Intimität. Das bedeutet nicht, dass wir immer darauf achten müssen, ob der/die andere sie gerade hören will (auch wenn Timing natürlich eine Rolle spielt), sondern, weil sie einem selbst wichtig sind. Ich mache immer wieder die Erfahrung, wie viel leichter es mir fällt, mich zu öffnen, wenn ich mir selbst darüber im Klaren bin, was ich eigentlich von meinem Gegenüber will, wie wichtig er/sie mir ist und was ich mir in Zukunft mit ihr/ihm vorstellen kann. Mit dieser Klarheit im Rücken gelingt es besser, die eigenen Bedürfnisse anzusprechen, weil ich weiß, wozu ich es tue, nämlich Nähe zu einem Menschen aufzubauen, der mir wichtig ist.

3. Du lernst dich selbst neu kennen

Tiefe, auf Aufrichtigkeit und Offenheit beruhende Beziehungen bringen dich dir selbst näher. Du wirst in der offenen Kommunikation mit deinem Gegenüber gespiegelt, dir werden Facetten vor Augen gehalten, die dir bis dahin selbst verborgen waren. Du lernst dich selbst neu kennen. Das können Schattenseiten sein, die genauso von dir anerkannt werden wollen, wie die bis dato verborgenen, schönen Seiten, für die Du noch keinen Blick hattest. Jede Rückmeldung deines Gegenübers kannst Du für dich nutzen, um dich weiter zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass Du alles für bare Münze nehmen MUSST. Du darfst selbst entscheiden, welchen Spiegel Du wie annimmst und was Du draus machst. Doch eines ist sicher: Die Spiegel, bei denen wir die größten Widerstände spüren, berühren in der Regel die Themen, die am dringensten gesehen werden wollen. Wenn dein erster Impuls in diesem Fall der Rückzug ist, dann erlaub dir im zweiten Schritt, dich auch wieder zu öffnen und erneut in Kontakt zu gehen. Das erfordert innere Stärke, ok, das seh’ ich ein, aber es lohnt sich. Die irrsinnige Annahme, wir könnten es mit dem Rückzug dem anderen heim zahlen, weil er/sie etwas in uns berührt was, was Schmerz ausgelöst hat, ist Quatsch. Weil wir selbst am meisten unter dem Rückzug leiden, auch wenn wir es vielleicht lange nicht merken, und uns selbst (unbewusst) in die Einsamkeit schicken.

4. Deine Beziehungen wachsen, gedeihen und gewinnen an Tiefe

Indem Du dich öffnest, Stück für Stück und in deinem Tempo, gewinnen deine Beziehungen an Tiefe, sie wachsen und haben so das Potenzial dich mehr und mehr zu erfüllen. Oberflächlichkeit mag sich anfangs wie ein Schutzraum anfühlen, doch wenn Du intensiv in Beziehung sein willst, dann darfst Du diesen Schutzraum verlassen und dich auf in neue, tiefere Gewässer wagen. So knüpfst Du dir ein Netz aus wertvollen Kontakten, von denen Du weißt, dass Du dich auf sie verlassen kannst. Dann ergeben sich plötzlich neue Möglichkeiten und Wege, gemeinsam Dinge zu gestalten und die Kreativität im Zwischenmenschlichen zeigt sich. Wir werden nie wissen, welches Potenzial in welcher Beziehung liegt, wenn wir uns nicht trauen, uns einzulassen und zu öffnen. Also mach’ auf und trau’ dich, egal, was passiert, Du kommst heil durch.


Was wird deiner Erfahrung nach noch möglich, wenn Du dich in Beziehungen öffnest und einlässt?

Alles Liebe, Carolin und Steffi



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