Darf ich sichtbar sein? Deine Übungen für mehr Selbstbewusstsein

Steffi Jungbauer von Soul Rebel Coaching aus Berlin weiß, dass man selbstbewusster werden kann

Dieser Artikel ist für dich, wenn:

  • Du dich fragst, wieso Leute zu dir sagen, Du seist nicht sichtbar
  • Du dich fragst, wie Du sichtbarer wirst
  • Du Lust hast, dein Potenzial Stück für Stück mehr auszuschöpfen

“Du bist nicht sichtbar.”

Wurde dir dieser oder ein ähnlicher Satz vielleicht auch schon mal gesagt? Erst am Wochenende erzählte mir eine Bekannte, dass ihre Chefin genau das zu ihr gesagt hätte. “Sie meinte, ich sei nicht sichtbar in der Arbeit.” Meine Bekannte blieb ratlos mit dieser Aussage zurück. Was soll das eigentlich bedeuten, nicht sichtbar zu sein?

Schließlich ist doch niemand unsichtbar, sondern mit allen Sinnen wahrnehmbar. Wie kommt es aber, dass jemand so einen Satz sagt? Was führt zu Unsichtbarkeit und wie kannst Du dich selbst sichtbarer machen, egal, ob in der Arbeit, deiner Beziehung oder in Freundschaften?

Unsichtbarkeit ist wie keine Konturen, keine Farbe haben, nicht greifbar sein, keine Farbe zu bekennen. Ein Mensch, der oder die als nicht sichtbar empfunden wird, ist eher ruhig und zurückhaltend, darauf bedacht, den Kopf möglichst unter der schützenden Decke zu halten. Die (meist unbewusste) Devise lautet: bloß nicht auffallen. Ich war selbst lange so gestrickt, wollte nicht anecken, für Harmonie sorgen, Konflikten aus dem Weg gehen (auch wenn ich in anderen Situationen blind rein gerannt bin) und ungeschoren durchs Leben kommen. So gestrickt zu sein, bringt viele positive Folgen mit sich. Und ich meine hier wirklich positive Folgen: eine ausgeprägte Beobachtungsgabe zum Beispiel, viel Feingefühl, Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit, ausgleichend zu wirken, unkompliziert zu sein etc. pp.

Ich kann mehr. Ich will mehr.

Doch kennst Du auch diese Augenblicke, in denen Du spürst, dass Etwas in dir brodelt und raus will, dass Du doch mehr kannst und auch mehr zu sagen hast? Dass Du eigentlich gehört und gesehen werden willst?

Ja? Super! Denn genau das sind die Momente, die dir zeigen, dass Du raus aus dem Schatten und dich zeigen MUSST, weil sonst die Unzufriedenheit weiter wächst. Die Unzufriedenheit darüber, dass Du dich nicht voll lebst, dass Du dein Potenzial nicht auslebst, dass Du übersehen und unterschätzt wirst.

Erinnere dich jetzt bitte an genau so einen Moment, an das Gefühl von “ich kann mehr, ich will mehr”. Das ist dein Motor, der dich dabei unterstützt, dich mehr und mehr zu zeigen und dein Selbstbewusstsein aufzubauen. Denn genau das brauchst Du, wenn Du dich sichtbar machen willst. Das Bewusstsein darüber, was Du kannst, (noch) nicht kannst, was Du magst und nicht magst, was Du brauchst und worauf Du getrost verzichten kannst. Je besser Du dich selbst kennst, desto größer wird deine Mir-Doch-Egal-Haltung werden. Und die ist wiederum nötig, um mit dem Gegenwind klar zu kommen, der unweigerlich aufziehen wird, wenn Du dich entschließt, dich ab heute mehr zu zeigen und Kontur und Farbe zu bekennen.

Und jetzt, wie sieht’s bei dir aus? Hast Du Lust, dich zu mehr Sichtbarkeit zu bekennen und dich ab heute, nach dem Du diesen Artikel gelesen hast, mehr und mehr zu zeigen? Na los, gib dir einen Ruck 😉 Ich verspreche dir, erstmal damit angefangen, wird Sichtbarkeit ziemlich schnell zum Selbstläufer. Weil sie so viel Spaß macht! 😀 Also trau dich! (Wackelige Knie dürfen sein und sind kein Zeichen, es nicht zu tun).

Notiere dir also folgenden Satz: “Heute, am …., entscheide ich, — dein Name —, mich dafür, sichtbar zu werden.” Kleb dir diesen Satz auf deinen Kühlschrank, auf deinen Badezimmerspiegel, neben dein Bett. Dorthin, wo Du ihn jeden Tag sehen kannst.

Ich will dich ermutigen und dabei unterstützen, dass Du in deine Sichtbarkeitskraft kommst, dass Du erkennst, dass Du nicht dazu gemacht wurdest, im Schatten zu sein: Nimm dir Zettel und Stift zur Hand, gönn dir eine halbe Stunde und beantworte die folgenden vier Fragen so ehrlich wie möglich.

Zeige ich mich mit meinen Bedürfnissen?

Erfüllte Bedürfnisse sind der Grundstein für deine Zufriedenheit. Kennst Du deine Bedürfnisse? Oder anders gefragt, was brauchst Du, um dich so richtig wohl in deiner Haut und in deinem Leben zu fühlen? Beantworte diese Frage bitte schriftlich.

Die eigenen Bedürfnisse zu kennen ist der erste Schritt, Richtung Sichtbarkeit. Im zweiten Schritt geht es darum, dass Du dich mit ihnen zeigst, also den Menschen in deinem Leben, davon erzählst. Niemand kann Gedanken lesen, weder dein Partner noch deine Freundin weiß, was Du brauchst. Erlaube dir, sie liebevoll zu kommunizieren und die Wahrscheinlichkeit, dass sie erfüllt werden, steigt um 100 Prozent. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die zu mehr Zufriedenheit führen: Mehr Licht am Arbeitsplatz, eine Massage, ein Tag allein im Bett – egal, was es ist, mach dem Rätselraten ein Ende, steh für deine Bedürfnisse ein und lass die Menschen in deinem Leben wissen, was dich glücklich macht.

Zeige ich, was ich kann?

Nimm dir bitte wieder deinen Stift zu Hand und notiere dir mindestens 10 deiner Fähigkeiten, Begabungen, Talente und Facetten, die Du an dir selbst magst. Nichts ist zu klein, nichts zu groß, alles ist erlaubt. Gönn’ dir Großzügigkeit.

Leg deine Fähigkeitenliste an einen Ort, an dem Du sie jeden Tag gut sehen kannst und erweitere sie in den nächsten 7 Tagen um mindestens eine weitere Fähigkeit pro Tag, die dir an dir selbst auffällt. Frag außerdem noch heute einen lieben Menschen, was er oder sie an dir schätzt und in dir sieht. Übernimm auch das auf deine Fähigkeitenliste. Lass deine Liste wachsen, indem Du deinen Blick dafür schärfst, was Du alles kannst. Und beobachte dann, was sich in deinem Leben verändert.

Je mehr Du selbst weißt, was Du kannst, desto eher werden es andere Menschen auch wahrnehmen. Erkenne dich selbst an und andere werden dich anerkennen. Mir fiel es sehr lange schwer, offen zu sagen, was ich gut kann. Abgesehen davon, dass ich es lange nicht wusste, fand ich es überheblich und anmaßend. Wer bin ich, von mir zu behaupten, dass ich das oder das gut kann, um am Ende auch noch stolz auf mich zu sein?? Hallo!? fällt dir was auf? Falsche Richtung! Du darfst stolz auf das sein, was Du bist und kannst und Du darfst es zeigen und darüber sprechen.

Nehme ich Vieles persönlich?

Jemand ist unfreundlich zu dir, sagt dir ungefragt seine/ihre Meinung, macht irgendetwas – und Du nimmst es persönlich!? Dann ist das hier eine Einladung an dich, es in Zukunft anders zu machen, das Gesagte nicht mehr persönlich zu nehmen. Warum? Weil es dich und deine Sichtbarkeit schwächt, wenn Du Dinge, die jemand sagt und tut gegen dich gerichtet, interpretierst.

Aber wie soll das gehen, fragst Du dich jetzt wahrscheinlich? Zugegeben, das ist ein Prozess und braucht Geduld, aber es lohnt sich. Du beginnst, indem Du dir vor Augen hältst, dass Menschen mit dem, was sie sagen und tun in erster Linie eine Aussage über sich selbst treffen. Sie zeigen dir also, was sie mögen, nicht mögen, was sie wertschätzen oder ablehnen anhand der Dinge, die sie dir gegenüber sagen und tun. Sie treffen eine (unbewusste) Selbstauskunft, anstatt etwas über DICH oder deinen Wert auszusagen.

Reagiert jemand abwertend auf das, was Du von dir zeigst, hat das NICHTS mit dir zu tun. Dieser Mensch sagt etwas über seinen Geschmack und seine Vorlieben aus, mehr nicht. Dieser Gedanke ist wichtig, wenn Du dich sichtbarer und somit auch verletzlicher machen willst, weil er die Angst vor Ablehnung verkleinert.

Lerne, auf die Selbstauskunft in Aussagen zu achten.

Eine konkrete Möglichkeit, Dinge weniger persönlich zu nehmen, geht so: Stell dir das nächste Mal, wenn Kritik auf dich einprasselt vor, Du wärst von einer Farbschicht umgeben, die als Filter fungiert. Durch diesen Filter müssen die Worte erstmal durch. Stell dir vor, wie die Worte auf diesen Filter – Du kannst ihm auch eine Farbe geben – treffen und nur die an dich ran kommen, die dich weiterbringen und die Du wirklich an dich ran lassen willst. Alles andere bleibt außen am Filter hängen und betrifft dich nicht weiter.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass je besser ich mich selbst kenne und wertschätze, desto weniger nehme ich Dinge persönlich, weil ich viel besser einordnen kann, ob das, was mein Gegenüber sagt, auch wirklich auf mich zutrifft- Was zählt ist meine bzw. deine persönliche Wahrheit über dich und nicht das, was jemand anderes glaubt, Negatives über dich zu wissen.


In welchen Kontexten hast Du schon mal gehört, Du wärst nicht sichtbar?

Und was bedeutet Sichtbarkeit für dich persönlich?

Alles Liebe, Carolin und Steffi



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