„Ihr Sch**ß- Opfer-Gehabe geht mir auf die Nerven“- Oder ein Schlüsselmoment für Veränderung

Veränderungen selbstbewusst meistern mit Soul Rebel Coaching in Berlin

“Ihr Sch**ß- Opfer- Gehabe geht mir auf die Nerven.” Diese Zeile stammt aus meiner, Carolins, Vergangenheit und wurde mir vor etwas 4,5 Jahren von einem Manager vor den Latz geknallt. Dass mich dieser Satz immer wieder einholte, hat einen Grund. Ich denke, ich habe erst vor Kurzem wirklich richtig durchdrungen, wie es zu dieser Aussage kommen konnte und wieso ich heute verstehen kann, warum mir diese (zugegeben echt harten) Worte entgegen gerotzt wurden. In diesem Text geht es um Rückschau, Reflexion und Verantwortung für das eigene Leben. Es wird nicht politisch.

Wie kam's zu so einem Satz – Die Hinführung

Vor 4,5 hatte ich mehrere Jahre bereits in einer Bank gearbeitet. Ich hatte erfolgreich ein Kommunikationsteam in einem Veränderungsprojekt innerhalb des Bereichs geführt und dafür ziemlich viel gearbeitet. Mein regulärer Tagesjob wurde dafür auf ein Minimum zurück gefahren, ich sollte mich um das Projekt kümmern. Das Feedback auf meine Arbeit im Projekt war sehr gut.

Ich hatte viel investiert und mir dadurch auch die Chance auf eine neue Stelle erhofft, weil ich mit meiner alten nicht mehr zufrieden war. Genau das hatte ich auch klar adressiert, sowohl bei den relevanten Abteilungsleitern als auch beim Bereichsleiter. Deren Antwort: meine Arbeit wurde wertgeschätzt, trotzdem blieb ich auf meiner alten Stelle. Dort sei ich strategisch wichtiger. (Schon komisch, wie eine Schachspielfigur, strategisch wichtig zu sein, oder?)

Bam! Das saß jedenfalls. Nach der Projektzeit fuchste ich mich wieder mehr in meine alten Aufgaben ein und wurde (Überraschung) nicht glücklicher. Gleichzeitig sah ich meine Kollegen (ja, leider männlich) neue Positionen besetzen.

Ich dagegen bekam auf der alten Stelle weitere Aufgaben dazu, die mein alter Chef nicht mehr erledigen konnte, weil der nämlich nicht mehr da war. Diese Aufgaben mussten gemacht werden, wurden mir jedoch als „große Verantwortung“ verkauft.

Wie auch immer, zur Belohnung meiner neuen Aufgaben durfte ich mit auf eine Messe nach Dubai (nicht mein favorisiertes Reiseland) und da saß ich nun abends bei einem Bankempfang im größten Wolkenkratzer der Erde mit meinem Chef und einem Abteilungsleiter. Wir tranken Wein und kamen ins Erzählen.

Das Gespräch spitzte sich zu

Mein Frust der letzten Wochen kam hoch, als wir so über die Entwicklungen im Bereich sprachen und auch darüber, wie engagiert andere Kollegen (ja, wieder die männlichen wurden hervorgehoben) im Projekt dabei waren und sich eingebracht und für mehr empfohlen hätten.

Da polterte ich los: „Ich habe hart gearbeitet und mich voll eingebracht. Ich habe gezeigt, dass ich mehr will. Die Kollegen werden von Ihnen schon mit ganz anderen Augen gesehen. Die Aufgaben, die sie machen, werden von vornherein anders begutachtet. Ich mache auch noch ein Master-Studium und nebenbei, aus eigenem Antrieb, und es interessiert sie nicht. Ich werde für die Kommunikation dazu geholt, von meinen täglichen Aufgaben abgezogen und wenn ich dann mehr will, werde ich beruhigt und hingehalten.“

Das waren so in etwa meine Hauptaussagen, die Manager sagten auch etwas dazwischen, woran ich mich allerdings nicht mehr so wirklich erinnere, denn ich hatte den Drang, mit immer weiteren Argumenten zu kommen und meine Situation verständlich zu machen.

In einer Minute, in der der Bereichsleiter in Small-Talk verwickelt war, schossen mir dann die Reaktion auf meine Aussagen vom Abteilungsleiter entgegen: „ Ihr Sch**ß- Opfer-Gehabe geht mir auf die Nerven, Frau Zahn.“

Wie ich damals vor Ort damit umging

Nach wie vor, finde ich es völlig unangebracht als erfahrener Manager einer jungen Kollegin, so etwas an den Kopf zu werfen. Opfer? Ich? Damals war ich völlig aus der Bahn geworfen.

Die Tränen schossen mir vor Wut und Scham in den Kopf und ich saß stumm auf dem Stuhl und guckte in die weite Nacht mit ihren vielen Hochhauslichtern.

Der Bereichsleiter kam zurück und registrierte die angespannte Stimmung, und bestimmt sah er auch meine glasigen Augen, fragte was los sei. Ich meinte, wir hätten diskutiert und ich sei einfach sehr nah am Wasser gebaut. Danach ging ich auf Toilette und heulte hinter verschlossenen Türen.

Nach gefühlter Ewigkeit, wahrscheinlich waren es nur ein paar Minuten, ging ich wieder zurück und tat so, als wäre nichts gewesen. Weiter freundlich wie immer. Die Situation sprach ich nie wieder an, bei keinem der Manager. Gute Miene zum bösen Spiel, nennt man das wohl.



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Perspektivenwechsel - Warum ich heute die Aussage verstehen kann

Wenn ich heute an diesen irgendwie unwirklichen Abend in Dubai denke, dann ist da seit letzter Zeit kein Groll mehr, keine Wut, so konfrontiert worden zu sein (der Ton und die Arroganz, mit der mir entgegnet wurde, waren unangebracht – das sehe ich nach wie vor so). Auch wenn ich nicht nach der Meinung des Abteilungsleiters gefragt hatte und mir auch lieber eine wohlwollende, stärkende, eher Mentor-ähnliche Reaktion gewünscht hätte, hab ich jetzt tatsächlich Frieden.

Es gibt eine Perspektive, aus der mich vielleicht auch der besagte Abteilungsleiter gesehen haben könnte, die mir seine Reaktion verständlicher macht:

Da war diese junge Frau, die mit 26 Jahren in Dubai sitzt, auf einer internationalen Messe Verantwortung für einen Teil des Messestandes hatte. Die erste Klasse fliegen und wohnen konnte. Eine Frau, die in seinen Augen vielleicht am Anfang einer möglichen guten Karriere steht. Die es aber einfach nicht begreifen will, dass es manchmal dauert. Die nicht sehen will, dass es Warteschleifen und Rückschläge gibt, um dahin zu kommen, was man wirklich will.

Eine Frau – und hier ist die Opferrolle, in der er mich sah- die stattdessen anfängt, die Umstände und andere zu beschuldigen und sich selbst zu bedauern, anstatt anzuerkennen, wo sie steht und klar zu erkennen, wie es jetzt doch alles weiter gehen könnte.

Und diese Perspektive hat ihre Berechtigung. Aus dieser Perspektive kann ich sehen, dass diese Frau vielleicht tatsächlich in eine passive Rolle gegangen ist, statt ihre Stärke aktiv für Veränderungen zu nutzen.

Wäre ich damals mit Feuer und Flamme in der Bankbranche richtig gewesen und hätte mich dort zu hause gefühlt, hätte ich vermutlich nach diesem Satz angefangen, zu schauen was es da dann noch so für mich dort gibt. Andere Bereiche, andere Themen usw. Ich hätte eventuell auch gesehen, was ich trotzdem schon erreicht habe und warum ich eine wertvolle Mitarbeiterin für viele wäre.

Ich war aber eben nicht Feuer und Flamme für die Branche. Und so half mir diese Konfrontation, zu erkennen, dass ich einfach nicht am richtigen Ort war, wo ich war. Nicht de richtige Branche. Nicht die passenden Leute (nette Leute, aber nicht immer zu mir passend). Ich lebte vorbei an meinen Werten und meinen eigenen Erwartungen an mich und mein Leben.

Wozu die Situation damals nützte

Mein Frust war ein Antreiber. Spätestens nach diesem Moment und dieser Konfrontation, wurde ich noch aktiver. Ich fing an, stärker auf das zu achten, was mich wirklich voran brachte und begann mir stärker zu erlauben, auf die Meinungen der anderen zu geben.

Ich hatte innerlich für mich Entscheidungen getroffen, sodass ich mich endlich klarer abgrenzen konnte, von dem was mir wirklich wichtig war und dem, was andere von mir erwarteten.

Nun fügte sich alles:

  • Mein Master-Studium war zum Beispiel viel generalistischer angelegt, als in ich es hätte machen können. Finance wäre in der Bankbranche damals üblicher gewesen. Doch ich hatte schon intuitiv etwas Allgemeineres gewählt und kam so auch zum ersten Mal in Berührung mit Coaching (Hallejulia!).
  • Nach dieser Situation erlaubte ich mir nun aber meine Master-Arbeit über den Fitness-Markt in Berlin zu schreiben, einfach weil es mich interessierte und ich schauen wollte, ob dies eine Branche für mich sein könnte.
  • Ich nutzte meinen laufenden eigenen Coaching-Prozess, um jetzt gezielter nach Möglichkeiten außerhalb statt innerhalb der Bank zu schauen und fasste dort den Entschluss, dass es für mich langfristig in die Selbstständig gehen wird, als Coach und Unternehmerin. Begann eine Coaching-Ausbildung. Und dann bewarb ich mich endlich außerhalb der Bank. Erlaubte mir also rumzuschauen und auszuprobieren.

Ich traute mich endlich, weil aus dem Satz „Ihr Sch**ß-Opfer Gehabe geht mir auf die Nerven“ ein „Ich sch**ß auf das, was ich glaube sein und erfüllen zu müssen“-Antrieb wurde. Ich mobilisierte mich endlich selbst. Das war ich mir nach Monaten in Frust selbst einfach überschuldig.





Wo ich heute stehe...

Heute habe ich verstanden, dass dies ein ziemlicher Schlüsselmoment war, an dem ich wieder voll die Verantwortung für mein Leben übernahm. Dafür bin ich tatsächlich sehr dankbar.

Es war schmerzhaft, so eine „Wort-Keule“ entgegen geschmettert zu bekommen und besonders dieser Schmerz, und dass mich diese Situation so lange beschäftigte, ist knapp 5 Jahre später betrachtet, ziemlich wertvoll für mich.

Ich weiß heute, wie wichtig es ist, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, nach meinen Werten zu handeln, mich zu fragen, was mir wirklich wichtig ist. Und ich nehme das und mich selbst ernst.

Heute bin ich Coach und Unternehmerin, sehe und fühle mich so.

Ich weiß, dass das Leben nicht einfach so passiert. Im Gegenteil. Das, was passiert, kann ich zu einem sehr großem Teil mitgestalten. Ich fühle mich nicht mehr ausgeliefert und sehe mich als Führungskraft meines eigenen Lebens. Das ist ein riesiger Gewinn für mein eigenes Lebensgefühl. Also, danke Herr Abteilungsleiter für diesen fiesen Satz.


In Krisen und Konfliktsituationen könnenSchlüsselmomente für deine eigene Weiterentwicklung stecken:

Was könnte rückblickend so ein Schlüsselmoment sein?

Und bist Du dadurch ins Handeln gekommen?

Wo stehst Du heute nach diesem Schlüsselmoment?

Alles Liebe, Carolin und Steffi




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