Abgrenzen: Oder das Problem der anderen nicht zu deinem machen

Sich abgrenzen und zu den eigenen Bedürfnissen stehen. Soul Rebel Coaching in Berlin

Neulich gab es da diese Situation. Da war wieder Abgrenzen gefordert. Ich, Carolin, konnte es richtig beobachten, wie meine alten Muster greifen wollten, die früher zur üblichen Dynamik geführt hätten.

 

Doch ich konnte mich anders entscheiden und so die Situation führen und nach meinen eigenen Bedürfnissen entsprechend gestalten.

 

 

Eine Situation, die Abgrenzung erforderte? Was war denn los?

Es gibt so viele Situationen im Alltag, wo wir anders handeln, als es uns vielleicht eigentlich gut tun würde oder wir eigentlich wollen. Dies ist nur eine von diesen vielen, in der Hoffnung, Du kannst etwas für dich selbst daraus mitnehmen:
Das Auto eines Freundes schien kaputt zu sein. Er rief an und berichtete, was passiert war. Er war verärgert, das konnte ich hören und verstehen, denn es war ihm wichtig am Folgetag ein funktionierendes Auto zu haben. Allerdings war ich nicht vor Ort, konnte das zwar Problem nachvollziehen und doch nicht lösen. Außerdem hatte er mich mitten in meiner Arbeitszeit angerufen. Einige Aufgaben warteten darauf erledigt zu werden. Innerlich war ich unruhig.



DEIN SOUL REBEL COACHING

FÜR  EIGENE REGELN

IN DEINEM LEBEN BUCHEN




Wie wäre es üblicherweise abgelaufen und weitergegangen?

Ich hätte versucht verschiedene Lösungen vorzuschlagen, um meine Anteilnahme und mein Da-für-ihn-sein auszudrücken.

Aber zu einer wirklichen Lösung hätte das nicht geführt. Stattdessen wären meine Lösungen nicht gehört oder abgewiegelt worden. Das hätte mich frustriert, aber wie meist hätte ich weiter versucht zu helfen, da zu bleiben. Und am Ende hätte ich ernüchtert nach dem Gespräch dagesessen, mich irgendwie leerer gefühlt und wäre dennoch in Gedanken bei dem Problem meines Freundes gewesen, hätte es innerlich zu meinem gemacht. Hätte mich gefragt, ob er sich genug verstanden gefühlt hat von mir? Oder ob er vielleicht irgendwie sauer auf mich sein könnte, weil ich ihm eben nicht die richtige Lösung liefern konnte.

Klingt nach fehlendem Abgrenzen - Was passiert da im Hintergrund?

In so einer Situation, wie ich sie beschreibe und wie sie enden hätte können, geht es selten wirklich um das, was gesagt wird. Mein guter Freund war vermutlich nicht so sehr an der gemeinsamen Lösungssuche interessiert als vielmehr daran, Sorgen und Ärger zu teilen oder abzuladen. Doch er hatte mich nicht um „einfach nur zuhören“ gebeten.

Ich wiederum wäre vielleicht oberflächlich an der Lösungssuche interessiert gewesen, aber meine eigentliche Absicht wäre gewesen, mit aller Macht zu signalisieren, dass ich da bin und helfen will. Warum wäre das meine Absicht? Dahinter steckt ein Bedürfnis nach Verbundenheit und Harmonie und auch die Angst abgelehnt zu werden. (Diese Grundangst vor Ablehnung oder Isolation steckt übrigens in fast allen Menschen, auch Coaches ;))





Abgrenzen - Das Problem nicht zu meinem machen

Das oben Beschriebene zeigt, wie sich die Situation entwickeln hätte können, wenn ich mich nicht abgegrenzt hätte. Habe ich aber. Und wie ging das Abgrenzen nun? Das fasse ich in fünf Schritten zusammen:

  1. Zuhören und Situation einordnen
    Natürlich habe ich auch dieses Mal verständnisvoll zugehört. Ich war grundsätzlich offen und habe gehört, dass mein Freund sich über das kaputte Auto ärgert. Ich stellte fest, er hatte ein Problem, das ich nicht lösen konnte und für dessen Lösung ich auch nicht verantwortlich war. Das ist die inhaltliche Betrachtung der Situation.
  2. Das Bedürfnis des Gegenübers erkennen
    Ein Schlüssel in dieser Situation war, dass ich erkannte, dass es meinem Freund nicht wirklich um das Finden der Lösung für dieses Problem ging bzw. dass er diese Lösung nicht von mir brauchte. Er wollte eher seinen Frust abladen und sich selbst besser fühlen. Und das ist auch im Grunde nicht weiter wild. Dieses Bedürfnis haben wir alle mal.
  3. Das eigene Bedürfnis erkennen und ernst nehmen
    Ich wiederum wollte helfen. Ein altes Muster wollte anspringen, ich wollte die Dinge des anderen zu meinen machen und so sein Leid mildern und Verbundenheit sichern. Doch gleichzeitig erkannte ich auch, dass ich dafür nicht bereit war als Frustabladestation zu fungieren.Denn ich war mir auch meiner begrenzten Energiereserven sehr bewusst. Es war mir klar, dass ein Telefonat, in dem ich schwammartig, die Sorgen und den Ärger des Gegenübers aufsauge, diese Energiereserven großzügig anzapft. Das wollte ich nicht. Ich wurde aus meiner Arbeit gerissen und dieser wollte ich mich ebenso gern weiter widmen.Mein Bedürfnis nach innerer Ruhe, nach Abgrenzung war daher größer als meine Angst, dass mein Freund mich ablehnen könnte, wenn ich ihn nicht weiter sein Leid klagen ließ.Zugegeben die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, sie ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln, ist eine Herausforderung. Das funktioniert im Lauf der Zeit und mit Übung immer besser. Es geht einher mit der eigenen Selbsterkenntnis, sowie dem Entwickeln des eigenen Selbstbewusstseins und eigener Selbstakzeptanz- ein fortwährender Lernprozess.
  4. Entscheidung treffen und Grenzen kommunizieren
    Ich entschied mich, das Gespräch liebevoll und konsequent zu beenden und die Verantwortung für das Problem beim anderen zu lassen.Oft haben wir Angst, klare Grenzen zu setzen, denn wir möchten weder selbst danach abgelehnt werden, noch dem anderen ein Gefühl von Ablehnung geben. Doch ohne die Grenze zu kommunizieren, und dies möglichst klar, weiß mein Gegenüber nicht, was ich will und hat nicht die Möglichkeit entsprechend zu handeln.Ich habe diese Formulierung in etwa gewählt: „Ich sehe dein Problem und höre auch deinen Ärger. Im Moment weiß ich keine Lösung dafür. Wenn dir einfällt und du weißt, wie ich dich am besten unterstützen kann, bin ich für dich da und helfe dir.“Mir war es wichtig, zu zeigen, dass ich daran interessiert bin, wie es ihm geht und nicht aus der Situation durch Rechtfertigen zu gehen. Ich habe deshalb nicht mit meiner Arbeitssituation argumentiert.
  5. Haltung finden
    Nach dem Auflegen galt es, das Gesagte nachklingen zu lassen und mich und meine Bedürfnisse weiter ernst zu nehmen. Kleine Fragen, darüber ob mein Freund nun wohl enttäuscht sein könnte, ließ ich nicht zu.Ich entschied mich bewusst dazu, zu vertrauen, dass wir eine gute, belastbare Beziehung haben und dass meine Entscheidung, mich aus dieser Situation, abzugrenzen ein Zeichen von Selbstverantwortung ist und auf Verständnis stoßen wird. Denn meine eigene Selbstverantwortung sowie die meiner Mitmenschen möchte ich fördern. Auch ich würde es nicht wollen, wenn ich die Grenzen lieber Freunde überschreite und sie mir dies nicht signalisieren würden

Das fühlte sich gut an. Ich konnte innerlich ruhig und klar in den weiteren Tag gehen.


Welche Situation hat dich in letzter Zeit gefordert dich abzugrenzen?

Wie bist Du damit umgegangen?

Und wie wärst Du auch gern damit umgegangen? 

Alles Liebe, Carolin und Steffi




Hej, wir sind Steffi und Caro. Unser Antrieb ist es, dich dazu zu inspirieren, deine persönliche Version eines mutigen, starken und echten Lebens zu gestalten, das dir und deinen eigenen Regeln entspricht.

Mit Soul Rebel Coaching schaffen wir ein Angebot, jenseits von Tschakka-Tschakka und Höher-Schneller-Weiter-Ansprüchen: Professionelles Coaching, Workshops mit Aha-Effekten, ein nachhaltiges Netzwerk und ehrliche Inspiration.



News, Termine, Inspiration.

Trage hier deine E-Mail-Adresse ein und Du erhältst knackige Inspiration und wir halten dich über Neuigkeiten und Veranstaltungen der Soul Rebels auf dem Laufenden. Alle 2 Wochen Soul Rebel Post.

* Eingabe notwendig


Kommentar schreiben

Kommentare: 0