Bis hierher und nicht weiter. Gedanken zu Abgrenzung

Bis hierher und nicht weiter. Gedanken zu Abgrenzung

Es zieht und ziept und da ist dieses Gefühl, das einem sagt, “ne, so läuft das nicht, das hier fühlt sich nicht gut an”. Wenn fremde Erwartungen von außen auf uns einprasseln, kann es nötig sein, sich abzugrenzen. Ich (Steffi) behaupte sogar, dass erst die Fähigkeit zur gesunden und liebevollen Abgrenzung Beziehungen wirklich erwachsen und gesund werden lässt.

Vielleicht kennst Du die Sache mit der Abgrenzung wie ich von beiden Seiten: Einerseits gefordert zu sein, sich selbst abzugrenzen und andererseits mit der Abgrenzung von anderen Menschen konfrontiert zu werden. Zu den Erwartungen anderer “nein” zu sagen und gleichermaßen das “nein” eines Anderen (aus)zu halten. Letzteres sind vielleicht nicht schönsten Momente im Leben, aber häufig die, in denen wir am meisten wachsen können. Lieber ein klares “nein”, als ein halbschariges “ja” und einen wackliger Kompromiss.

Abgrenzung ruft nach Achtsamkeit: Das Ziepen und Ziehen im Innern mitzubekommen und es nicht zu übergehen, sondern ihm Gehör zu schenken. Unser Körper weiß oft schneller und besser, was uns wirklich gut tut, und was uns zuviel ist, wo Grenzen angebracht sind. Unsere Gedanken kommen da nicht hinterher: “Aber ich muss doch dieses und jenes tun!” schreit es uns im Kopf entgegen.

Musst Du??

Und was ruft dieses Ziepen hervor? An welcher Stelle bin ich über meine Grenze gegangen und habe womöglich etwas getan, was ich gar nicht wollte?

Die eigenen Grenzen – körperlicher oder emotionaler Art – immer wieder zu übergehen, ist ungesund, denke ich, und führt zu Unzufriedenheit, Unausgeglichenheit und Schuldzuweisungen anderen gegenüber. Umso wichtiger, die eigenen Grenzen zu erforschen und zu lernen, mutig und liebevoll für sie einzutreten.[/vc_column_text]

Die eigenen Grenzen kennen

Sich selbst gut zu kennen, ist Voraussetzung für gesunde Abgrenzung. Wenn Du weißt, wer Du bist, wofür Du stehst und was dir wichtig ist, wird es dir leichter fallen, dich abzugrenzen. Das Ganze ist ein Prozess und es braucht seine Zeit, bis wir uns selbst näher kommen und vor allem wichtig nehmen. Es zählt, was Du willst und nicht willst. Du darfst es durchsetzen, auch wenn andere Menschen das vielleicht nicht gut heißen.

Was willst wirklich DU und was tragen Menschen von außen an dich heran?

Was ist DIR wichtig – in einer Partnerschaft, im Beruf, in Freundschaften etc.?

Wer darf davon erfahren, was dir wichtig ist und was Du brauchst, sodass er/sie deine Grenzen (noch) besser achten kann?

Facetten von Abgrenzung

Abgrenzung kommt in unterschiedlichen Formen und Facetten daher und sie alle sind miteinander verwoben.

Räumliche Abgrenzung

Manchmal ist es nötig, dass wir uns räumlich abgrenzen und die Nähe bestimmter Menschen verlassen. Die räumliche Distanz, die dann entsteht, gibt uns die Möglichkeit, Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen und uns selbst näher zu kommen. In den neuen Gefilden können wir uns neu ordnen und dem Alten frisch begegnen.

Zwischen meiner Heimatstadt und Berlin liegen 550 Kilometer. An manchen Tagen ist mir das zu weit, doch als ich vor sechs Jahren hierher kam, war es genau richtig. Es war eine Einladung, mich selbst neu zu erleben, in einem Kontext, in dem mich nur sehr wenige Leute kannten. Mir selbst also wieder ein Stück näher zu kommen und Verstrickungen zu Familie und Freund_innen zu lösen.

“Nein” sagen

Die Einladung, die Du eigentlich gar nicht annehmen willst. Der Job, der dir nicht gefällt. Die Aufgabe, die dir zu viel wird.

Du darfst zu allem nein sagen. Sich selbst zu zwingen, etwas zu tun, ist nur für eine gewisse Zeit tragbar. Irgendwann, früher oder später, sind wir gefordert – wenn wir gesund bleiben wollen – zu überprüfen, ob aus einem ehemaligen “ja” ein “nein” werden will.

Gedanklich abgrenzen

Bin ich dafür wirklich zuständig oder will mir das ein altes Muster einreden? Ist das wirklich alles so wild, wie mein Kopf mir das grade weiß machen will? Eigene Gedanken zu hinterfragen, kann auch eine Form der Abgrenzung sein und somit Distanz zu dem zu schaffen, was gerade vor sich geht. Dann können wir vielleicht mitten in einer Situation sein, aus der wir räumlich nicht raus kommen, aber gedanklich Abstand schaffen.

Welche Erfahrungen machst Du mit Abgrenzung?
Wir freuen uns auf deinen Kommentar

Carolin und Steffi

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Foto: Isaiah Rustad | unsplash.com
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4 thoughts on “Bis hierher und nicht weiter. Gedanken zu Abgrenzung

  1. Toller Artikel! Ich lerne gerade, dass es okay ist andere vor den Kopf zu stoßen und nein zu sagen. Das kann ich nämlich echt schwer aushalten. Aber es wird besser!

    1. Liebe Denise,

      danke für deinen Kommentar! Ja, das ist echt eine Herausforderung, das kenne ich 😉 Trotz der verblüfften Reaktion bei seinem Standpunkt zu bleiben und dann nicht doch klein bei zu geben und sich zu verbiegen, das ist eine Kunst für sich. Schön, dass Du für dich Fortschritte bemerkst!
      Was auch eine tolle Nebensache ist, wenn man lernt, “nein” zu sagen: Ich kann dadurch den anderen Menschen in meinem Leben vieeeel leichter ein “nein” zugestehen. Ich nehme es nicht mehr persönlich, weil ich es ja auch nicht persönlich meine, wenn ich ein nein verteile. Kennst Du das?

      Liebe Grüße
      Steffi

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