Get rich oder lebe lieber minimalistisch ? Zwischen gefühlt extremen Wegen

In meinem (vor allem Social-Media-) Umfeld beobachte ich, Carolin, zwei Wege mit Geld, Konsum und Investitionen umzugehen, die ich eher als extrem wahrnehme.

Extrem, weil sie in verschiedener Art, Druck erzeugen können. Welche das sind und dass es auch einen Mittelweg geben könnte, darum geht es jetzt.

Minimalismus oder reich werden? Coaching für Selbstbewusstsein in Berlin

Geld gehört in unser Leben

Die Diskussion um Geld und einen Umgang damit, finde ich schon berechtigt. Geld spielt einfach seit ewigen Zeiten eine große Rolle in unser aller Leben. Und hey, es ist auch eine geniale Erfindung gewesen. Anstatt beispielsweise Brot gegen Hose zu tauschen wollen und ewig zu warten, wenn gerade niemand da war, der eine Hose zu bieten hatte, funktionierte Geld als Ersatz für Waren und Leistungen und ermöglichte so zeitversetztes Handeln.

Das führte auch dazu, dass es sich ab dann auch lohnte generell Geld zu haben, um später etwas davon kaufen zu können. Geld war nun Bemessungsgrundlage für vielfältige Waren und Leistungen.

Das ist es bis heute geblieben. Und damit stieg auch das Verlangen nach „mehr“ und wahrscheinlich als Reaktion darauf auch der Gegenentwurf „bewusster Entsagung“ vom Geld.

Diese zwei Strömungen nehme ich heute in anderer Art und Weise vor allem durch und auf meinen Social Media Kanälen wahr. Beide haben ihre Berechtigung und beide können Druck erzeugen. Lass’ mich da konkreter einsteigen.



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Weg Nr.1 - Get rich

Was ich hier beobachte ist, vor allem im Online-Bereich, ein Bild der Leichtigkeit (im Sinne von Erfolgsprinzipien) des Geld-Erschaffens und -Vermehrens und damit der Ermöglichung dessen, wonach man sich vermeintlich so sehnt (oder sehnen sollte?). Zum Beispiel nach dem Haus oder auch gern mehrere, wahlweise auf verschiedenen Kontinenten, damit das Leben und Arbeiten überall möglich ist.

Das für sich betrachtet, ist legitim. Es spricht nichts dagegen, Menschen dazu zu inspirieren, sich zu zutrauen mehr zu Erschaffen als sie es jetzt gerade für möglich erachten.

Was mich daran irritiert, ist die Einheitlichkeit der Bilder: Muss es denn die Villa am weißen Strand sein vor Palmenkulisse oder darf es auch das kleine Dorfhaus aufm Land sein (das ich mir für viel weniger leisten könnte). Und was wäre, wenn jemand gar nicht von so Etwas träumte. Stimmt dann etwas mit ihr oder ihm nicht, weil sie oder er sich einfach nicht mehr zutrauen will und so hinter dem eigenen Potenzial zurück bleibt?

Genauso frage ich mich, ob es denn tatsächlich immer so leicht von den Händen geht. Was ist, wenn jemand die Erfahrung macht, dass für sie oder ihn die Strategien nicht funktionieren? Kriegt die Person es dann einfach nur nicht auf die Reihe, denn alle anderen scheinen ja so fix ihr Geld (mit dem, was sie lieben) verdienen zu können. Nur sie oder er müht sich. Ich denke, genau der Eindruck könnte entstehen.

 

Was dieses „Get rich-Dogma“ erzeugt – und da überspitze ich jetzt mal- ist eine Sehnsucht nach Mehr verknüpft mit Bildern und Worten, die vermitteln: Wenn du es schaffst easy-peasy Geld zu verdienen, gern mit deiner Leidenschaft, und dir dann aaaaallles ermöglichen kannst wovon Du träumst (Vorschlag: Villa, Boot, 360 Tage herrliche Meeresrauschenstimmung), dann, ja dann bist Du endlich glücklich.

Weg Nr. 2 Lebe lieber minimalistisch

Eine andere Strömung, die ich beobachte ist, das minimalistische Leben. Der Verzicht auf Konsum von Dingen, die Du nicht brauchst und möglichst radikaler Entrümpelung von Dingen, die deine Wohnung und deinen Geist vollstellen.

Die Aussage hinter diesem Lebensstil: Collect Moments, not things.

Auch das ist völlig legitim. Es spricht auch hier nichts dagegen, Menschen dazu zu inspirieren, sich selbst und ihren Konsum zu hinterfragen und ressourcenschonend zu leben und den Fokus auf all das zu richten, das neben dem Konsum erfüllen kann.

Doch auch hier frage ich mich: Was ist, wenn jemand dann doch aus Frust oder Lust konsumiert? Muss sie oder er sich dann schlecht fühlen? Wie viel ist, minimalistisch genug? Was ist, wenn sich jemand dann innerlich trotzdem noch unaufgeräumt fühlt? Hat sie oder er es dann einfach nicht verstanden?

Auch hier, wenn dogmatisch ausgelegt, scheint es, dass jemand im Konsumverzicht die Antwort auf innere Unruhe findet und so glücklich wird. Aber, was ist wenn eben nicht?

Was beide Wege gemeinsam haben

Beide Wege vermitteln, dass Du eine Art von Glück im Leben finden könntest, in dem Du dich an bestimmte Prinzipien hältst und Dinge entsprechend in deiner Außenwelt änderst.

Also entweder die Erfolgsregeln verfolgen, die dir (idealerweise mit deiner Leidenschaft) ein Leben mit viel Geld ermöglichen oder ein Leben, das Konsumverzicht und eine gewisse Entsagung vorschlägt, um Glück und Zufriedenheit zu finden.

Diese Wege funktionieren genau dann nicht, wenn Du die Verantwortung für dein Glück im Leben an diese Dogmen abgibst. Dann kannst danach handeln so viel Du möchtest und irgendwann wirst Du vermutlich dennoch feststellen, dass du nicht merklich glücklicher durchs Leben läufst.

Denn beide erzeugen damit Druck. Und zwar in dem Moment, wenn Du merkst, Du passt vielleicht nicht ganz in den vorgeschlagenen Weg oder der Weg macht dich einfach nicht glücklich, aber du willst dich so gern passend machen, um das besagte Glück zu spüren und erreichen. Funktioniert das nicht, könnten Selbstzweifel die Folge sein.

Beide Wege können deshalb nur funktionieren, wenn Du innerlich für sie eingestellt und sie auch wirklich dir und deiner Art von Lebensentwurf entsprechen. Du musst dich selbst kennen, um dich bewusst dafür entscheiden zu können und an Stellen, wo es nötig ist, auch davon abgrenzen zu können.





Einen Mittelweg finden

Vielleicht merkst Du, dass du eine Präferenz zu einem der beiden Strömungen hast. Eine dir irgendwie mehr zusagt. Vielleicht wünscht Du dir auch insgeheim, dass eine so richtig dein Ding wäre, dass Du verfolgen kannst.

Ich habe mich an verschiedenen Stationen in meinem Leben mit beiden Wegen auseinander gesetzt und festgestellt, dass beide eben nur dann funktionieren, wenn ich selbst größtenteils mit mir im Reinen bin. Wenn ich weiß, wofür ich stehe und wonach ich wirklich strebe.

Und heute, an einem Punkt an dem ich mich selbst viel besser kenne als noch vor fünf oder drei Jahren, funktioniert für mich ein Mittelweg am besten. Ja, der gute alte Mittelweg. Ich finde, immer wieder die größte Herausforderung im Leben, genau diesen zu finden. Denn ein Mittelweg fordert in gewisser Art und Weise auch eine Balance. Und die Entscheidung eben nicht auf die Extreme abzubiegen, weil ich erkenne, dass sie mir nicht so dienen und ich stattdessen etwas Eigenes brauche.

Für mich sieht ein Mittelweg so aus:

Ich schätze die Aussage „Collect moment, not things“ und denke, dass ich aber für solche Momente auch manchmal investieren muss. Sei es in Reise oder mich selbst, oder aber eben auch in Dinge, die mehr als meine Grundbedürfnisse erfüllen.

Ich habe mich größtenteils von Idealen gelöst, die beide Wege für mich zu propagieren schienen (auch das ist lebenslangen Lernen ;)). Es war eine Befreiung für mich, zu erkennen, dass ich mein Leben (und ich denke, für viele ist mein Leben ein recht normales Leben) zu 98% richtig toll finde und dass ich mit den zwei anderen Prozent inzwischen gut umgehen kann, sie aushalten kann und keine Strategie (Geldvermehrung oder Konsumverzicht) da rüber stülpen brauche.

Ich erlaube mir, beispielsweise auch zu konsumieren, Geld für Notizbücher auszugeben, auch wenn im Schrank noch welche stehen. Denn diese Dinge lassen mich leise vor Freude aufjuchzen.

Ich genieße es auf der Wiese zu liegen und Kartoffelsalat zu essen und schweife nicht mehr ab, weil ich hinterfrage, ob das allein mich jetzt wirklich schon glücklich machen kann und ich nicht eigentlich gerade für Etwas größeres losrennen (Stichwort: Villa am Strand) müsste.

Deshalb, ja! Ein Mittelweg kann sexy sein. Und zwar dann, wenn er wirklich zu dir passt!


Wie kannst Du deinen Mittelweg finden?

Drei Anregungen:

Wie wäre dein Leben richtig schön? Was für Bilder kommen da hoch?

Welche Träume willst Du dir erfüllen?

Wie viel Geld ist dafür wirklich nötig?

Alles Liebe, Carolin und Steffi




Hej, wir sind Steffi und Caro. Unser Antrieb ist es, dich dazu zu inspirieren, deine persönliche Version eines mutigen, starken und echten Lebens zu gestalten, das dir und deinen eigenen Regeln entspricht.

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