Welche Rolle Timing bei deinen Entscheidungen spielt

Welche Rolle Timing bei deinen Entscheidungen spielt

Ich, Steffi, wage zu behaupten, dass es bei guten Entscheidungen (und damit meine ich solche, mit denen Du langfristig zufrieden bist) auch und vor allem auf das richtige Timing ankommt. Es hat rund 28 Jahre meines Lebens gedauert, bis ich verstanden und erkannt habe, dass sehr vieles im Leben ein Prozess ist. Gefangen in der Annahme, es ginge viel mehr um Ursache und Ergebnis, also ein schnelles Umswitchen von A auf B, war ich blind für die Tatsache, dass sich Dinge entwickeln und dass diese Entwicklung ihre Zeit braucht, dass es eben ein Prozess ist.

Auch wenn es um Entscheidungen geht, entdecke ich immer mehr, dass es Prozesse sind, die der eigentlichen Entscheidung voran gehen. Und diese Prozesse finden in erster Linie IN uns statt und nicht außerhalb. Es geht also um die innere Klarheit, die sich entwickelt, bis dieser eine innere Entscheidung folgt. Ich beobachte an mir selbst, dass dieser Prozess funktioniert, vor allem, wenn es um Entscheidungen geht, denen ich sehr große Bedeutung beimesse, also nicht den kleinen, alltäglichen, a la “Kaufe ich Butter A oder B?”, sondern denen Richtung “Soll ich kündigen oder bleiben?” oder “Will ich ein Kind?”

Was ich auch immer wieder beobachte und eben auch von mir selbst sehr gut kenne, ist der Anspruch, man müsse eine Entscheidung treffen und zwar jetzt und hier und sofort und ein Ergebnis muss her. Das kommt mir in Coachings und Workshops unter und bis vor wenigen Jahren dachte ich auch so. An sich ist das weder gut noch schlecht, doch in der Regel funktioniert es so nicht, also das auf Kommando JETZT eine Entscheidung treffen wollen.

Wenn in Coachings KlientInnen unentschieden sind und mehrere Optionen-Bälle in der Luft schweben, kann es vorkommen, dass sich dieser Anspruch an eine Entscheidung zeigt. Doch die Entscheidung will einfach nicht fallen, sie KANN noch gar nicht getroffen werden, weil der innere Klärungsprozess nicht statt gefunden hat.[/vc_column_text]

Innere Klarheit für eine gute Entscheidung

Aber wie soll dieser Prozess zu innerer Klarheit funktionieren?

Es ist zugegeben in vielen Fällen etwas Arbeit nötig und Ruhe und die Rückverbindung zu dir selbst, aber der Prozess lohnt sich 😉

  1. Mach’ dir die Alternativen, zwischen denen Du dich entscheiden willst, bewusst. Das Ganze schriftlich. Notiere sie alle, sodass dein Kopf frei wird.
  2. Schau’ dir die möglichen Alternativen, vor denen Du stehst, genau an: Wie gut bist Du über die jeweilige Alternative informiert? Wie gut hast Du sie durchdacht? Stehst Du beispielsweise vor der Entscheidung, Job A oder Job B anzunehmen, ginge es darum, dich über beide möglichst gut und umfassend – auch jenseits von Internetrecherche – zu informieren. Je besser Du über deine Alternativen Bescheid weißt, desto eher kannst Du ein GEFÜHL für sie entwickeln.
  3. Höre im nächsten Schritt auf dieses Gefühl, das sich da zeigt, wenn Du dich mit den Alternativen beschäftigst: Stellt sich Vorfreude und Aufregung ein oder schläfst Du allein beim Gedanken an die Alternative ein? Zieht sich etwas in dir zusammen oder bekommst Du Lust? Sei achtsam mit dir und dem, was sich in deinem Körper zeigt.
  4. Mache dir die Gewinne und Preise der jeweiligen Alternative klar: auch wenn eine Alternative noch so verheißungsvoll erscheint, auch sie hat ihren Preis, den zu zahlen wirst, solltest Du dich für sie entscheiden. Gewinne, das sind die “Dinge”, die Du (glaubst/hoffst) durch die Entscheidung für Alternative A zu bekommen, also das Positive daran. Die Preise sind die “Dinge”, die Du (glaubst/befürchtest) bezahlen zu müssen/dürfen/brauchen, wenn Du dich für Alternative A entscheidest. Mit den Preisen sind oft auch Ängste und Befürchtungen verbunden. Es ist wichtig, sich diesen Preisen und den Ängsten zu stellen, sodass wirklich DU entscheiden kannst, anstatt eine unbewusste Vermeidungsstrategie zu fahren, weil Du mit gewissen Ängsten und alten emotionalen Wunden nicht in Kontakt kommen willst. Es kann sich verheißungsvoll anfühlen, endlich den Studienabschluss in der Tasche zu haben oder das eigene Unternehmen zu gründen. Aber im ersten Fall bedeutet das auch, dass Du dich der Berufswahl dann stellen musst (“Ich hab keine Ahnung, was ich beruflich machen will”) und im zweiten Fall, dass Du dich mit der Befürchtung vor Unsicherheit in der Selbständigkeit konfrontieren “musst”. Bist Du bereit diese Preise zu bezahlen? Mit einem klaren inneren “Ja” zu den Preisen, fallen Entscheidungen leichter und Du weißt, worauf Du dich einlässt.
  5. Stell’ dir innerlich vor, Du triffst die Entscheidung: Wie fühlt sich das an?
  6. Trau’ dich zu handeln: Sprich die Entscheidung aus. Gibt es Menschen, die davon wissen sollten, sprich es auch diesen gegenüber aus.

Du kannst dir bestimmt vorstellen, dass diese Schritte nicht einfach mal so nebenbei erledigt sind, vor allem, wenn Du sie zum ersten Mal gehst. Aber womöglich geht es schneller als gedacht. Jedenfalls ist es ein Prozess, der seine Zeit braucht. Und Du übernimmst damit Selbstführung und Selbstverantwortung für das, was sich in deinem Leben zeigen darf.

Wie gut kannst Du die Spannung vor der Entscheidung aushalten?

Ein Grund, weshalb Entscheidungen an manchen Stellen am liebsten schnell, unverzüglich und gleich getroffen werden wollen, obwohl die innere Klarheit noch gar nicht so weit ist, ist die Spannung, die mit der Unentschiedenheit einhergeht.

Jede nicht getroffene Entscheidung bindet geistige Energie, weil wir unbewusst/bewusst damit beschäftigt sind, die Alternativen abzuwägen oder die Entscheidung vielleicht sogar zu verdrängen, weil wir eben nicht mit diesen Spannungsgefühlen in Kontakt kommen wollen. Nur werden diese nicht weniger, wenn wir uns drücken. Es lohnt sich also, hin zu sehen und den Prozess zu innerer Klarheit anzugehen, dann legt sich oft auch die innere Anspannung, weil Du etwas für die Entscheidung TUST, statt sie aufzuschieben.

Letztlich wird die Anspannung bis zur tatsächlichen Entscheidung wahrscheinlich nicht weg gehen, sondern sie ist oft Teil des Prozesses und es ist eine Frage, wie gut und liebevoll Du sie annehmen und als Teil des Spiels verstehen kannst.

Was kannst Du dir selbst Gutes tun, um die Anspannung zu mildern?

An welchem Punkt im Entscheidungsprozess stehst Du?

Stehst Du gerade vor einer wichtigen Entscheidung? An welchem Punkt deiner inneren Klarheit siehst Du dich selbst?

Auf einer Skala von 1 bis 10, wie gut informiert bist Du über die möglichen Alternativen? Fühlst Du dich sicher, indem, was Du über sie weißt, oder sind es eher Projektionsflächen, auf die Du deine Wünsche und Sehnsüchte projizierst, ohne genau überprüft zu haben, ob es tatsächlich so ist? Beides ist ok, wichtig ist, dass Du es bewusst tust 😉

Wie klar bist Du dir über die Gewinne und Preise deiner Alternativen? Ist dir klar, was Du bereit wärst zu bezahlen?

Wir wünschen dir gute Entscheidungen und viel innere Klarheit!

Wie siehst Du das mit dem Timing bei Entscheidungen?
Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Carolin und Steffi

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Foto: Allef Vinicius on Unsplash
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