Sehen und gesehen werden (oder anerkennen und anerkannt werden)

Jeder Mensch braucht Anerkennung, denn das gibt Selbstbewusstsein

Eine der ersten Übungen, mit der ich – Steffi – während meiner Coachingausbildung in Kontakt kam, ging so: Ich hatte Schreibzeug in der Hand und es hieß “Notiert euch alles, was aktuell in eurem Leben gut läuft, worauf ihr stolz seid, was ihr anerkennen wollt.”

 

Wie gesagt, ich stand am Anfang eines Prozesses, in dem ich lernte, viel bewusster wahrzunehmen und somit auch mein Leben aktiv und kreativ (mit)zu gestalten. Mir fielen zwar eine Reihe von Dingen ein, doch meine Liste war sehr überschauber und rückblickend weiß ich, dass ich auch recht geizig und zurückhaltend mit mir selbst war.

 

Inspiriert haben mich dann die Listen der anderen TeilnehmerInnen und ich habe durch sie erkannt, dass es noch viel, viel mehr Dinge in meinem Leben gibt, die ich anerkennen kann und will – an mir selbst, an den Menschen in meinem Leben und am Leben allgemein. So wuchs meine Liste und mit ihr mein Stolz. Denn – und das ist mitunter die wichtigste Erkenntnis – ich habe das alles mit kreiert. Das alles ist nicht durch Zufall entstanden, sondern ich habe (größtenteils unbewusst) dafür gesorgt, dass diese Dinge Gestalt angenommen haben.

Welche Erfolg - nichts ist zu klein oder zu groß - hast Du bereits (unbewusst oder bewusst) in deinem Leben kreiert? Wie hast Du das geschafft?

Diese Übung und überhaupt die gesamte Ausbildung stand unter dem Stern, sich auf einen Standpunkt der Fülle zu stellen, anstatt auf den des Mangels. Von dem Standpunkt der Fülle aus, erkenne ich bewusst an, was bereits alles Gutes vorhanden ist, anstatt zu bemängeln, was noch fehlt oder (noch) nicht gut läuft. Und wenn wir erstmal diesen Standpunktwechsel vollziehen und uns immer wieder bewusst darauf konzentrieren, merken wir Stück für Stück, dass sich unsere Wahrnehmung verändert und immer mehr Positives und Anerkennenswertes erkennen können. Wir stellen unsere Wahrnehmungsfilter neu an – weg von Mangel, hin zu Fülle.

 

Es wollen aber nicht nur die vermeintlich positiven Dinge im Leben anerkannt werden. Alles und wirklich alles, was geschieht, will von dir gesehen und anerkannt werden: Auch der Schmerz, egal ob körperlich oder seelischer Art, auch die Trauer, deine Wut und deine Ohnmacht. Anerkennen bedeutet “ja” zu sagen, zu dem, was gerade ist. Ohne Drama, ohne Schuldzuweisungen, ohne irgendetwas weg machen oder ändern zu wollen. Erstmal darf das, was ist, da sein.

 

Ok, zugegeben, das ist ein Prozess. Die Dinge da sein zu lassen und anzuerkennen, hat bei mir gedauert. Und es ist immer noch ein Prozess, der anhält und wahrscheinlich nie endet. Aber es lohnt sich, weil weg drücken oder drüber hinweg pinseln einfach keine Lösung ist.

Durch andere dich selbst anerkennen

Unterstützt im Anerkennungsprozess haben mich in den letzten Jahren die Menschen, die mich bewusst und vor allem auch unbewusst immer wieder gespiegelt haben. Wir brauchen andere Menschen, um uns selbst anerkennen zu können, um unser Selbstbild umfassender zu machen und den Blick auf uns selbst zu weiten. Das klingt vielleicht nach Spiri-Geschwafel, ist aber die Wahrheit.

 

Durch den Austausch mit und die Rückmeldung von anderen Menschen, sehen wir uns selbst in einem neuem Licht. Ich liebe auch heute noch Übungen, bei denen es darum geht, dass ich mich vor anderen Menschen zeige und gespiegelt bekomme, was diese in mir sehen. Ich bin zwar jedes Mal aufgeregt und mein Herz klopft wie wild, aber es lohnt sich immer und tut einfach gut, diese Art der Anerkennung erfahren und in der nächsten Runde an andere Menschen weiter geben zu dürfen.

 

Caro und ich haben diese Erfahrung auch in unserem Soul Rebel Circle dieses Jahr – aus der Beobachterinnenrolle – machen dürfen: Was passiert, wenn Menschen sich auf wertschätzende, ehrliche und teilweise auch herausfordernde Art spiegeln, ist kaum in Worte zu fassen. Da werden so tiefe Themen angestoßen, ans Licht gebracht, gezeigt und gesehen, dass es gar nicht anders geht, als dass sich Verbindung, Veränderung und auch Heilung breit machen. Heilung – auch das klingt groß und aufgeblasen. Aber wer schon mal die Erfahrung gemacht hat, wie es sich anfühlt, wenn sich tief in Einem etwas löst, was da gefühlt seit einer Ewigkeit festgesteckt hat und wie ein Stein im Schuh drückt, der oder die weiß, wie erleichternd und eben heilsam es sich anfühlt, wenn Dinge beim Namen genannt, anerkannt und losgelassen werden.

 

Und all das funktioniert halt mittels Anerkennung. Sehen und gesehen werden könnte man auch sagen. Also trau dich und schau genau hin. Du darfst dich selbst anerkennen und andere auch.

 

Viel Spaß beim dich-toll-fühlen!


Notiere alles, was in deinem Leben:

  • bereits gut läuft
  • worauf Du stolz bist
  • was Du anerkennen willst

Welche Erfolge hast Du bereits in deinem Leben kreiert? Und wie ist dir das gelungen?

Alles Liebe, Carolin und Steffi



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